Massiver Aufmarsch der ukrainischen Armee und der Rechtsextremen um Slawjansk in der Ostukraine

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Habe gerade die „Anstalt“ auf ZDF gesehen. Die Ukraine war wieder Thema, auch das Interview mit der Russlandkennerin G.Krone-Schmalz:

http://youtu.be/18tUv7kr5Xs
Ergänzt wurde das durch eine Lektion in Netzwerkjournalismus, gelenkt von Organisationen, die den Rüstungsfirmen verpflichtet sind.
Das Netz wurde unter Beteiligung der C i A geknüpft. 4 deutsche „Qualitätsjournalisten“ stehen im Mittelpunkt: der ehem. Außenpolitik-Ressortleiter der Süddeutschen Zeitung, Stefan Kornelius,der verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik der FAZ, Klaus-Dieter Frankenberger, der Chefkorrespondent der Welt, Michael Stürmer, der Mitherausgeber der Zeit, Josef Joffe. Siehe hier:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=17471
Auch ich habe hier seit 22.9.2013 schon öfter drüber berichtet und das Buch von Uwe Krüger empfohlen.

Und gerade erreicht mich über einen Verteiler die folgende Nachricht:
Nach neueren Meldungen sind nun 15.000 Mann der Ukrainischen Armee und von Aktivisten der Rechtsextremen in der neugeschaffenen Nationalgarde bei Slawjansk aufmarschiert und belagern die Stadt.
Dazu kommen Hunderte Panzer und schwere Geschütze, etwa vom Typ der „Grad“-Raketenwerfer. Die Raketenwerfer sind geeignet um Flächenbombardements durchzuführen, mit mehr als 700 Raketen innerhalb von 20 Sekunden.
(Mit ähnlichen Mitteln wurde vor 6 Jahren der Georgienkrieg begonnen: in der Nacht des 6.8.2008 bombardierte die georgische Armee mit Raketenwerfern die südossetische Stadt Tschinvali, um sie anschließend mit Truppen zu besetzen. Dies wurde entsprechend u.a. in einem Videoclip der BBC dokumentiert. Nach unterschiedlichen Angaben kam dabei eine 3 – 4stellige Zahl der Bewohner Tschinvalis ums Leben.)

Darüberhinaus sollen knapp 400 Panzer bei Slawjansk aufgefahren sein. Ein russischer Militärexperte erklärte, dies sei ein Potenzial an Militärgerät und Truppen, dass geeignet sei, die Stadt vollständig auszulöschen.
Noch vor wenigen Tagen war zu erfahren, dass Einheiten der ukrainischen Armee im Osten von unbewaffneten Bewohnern der Städte aufgehalten wurden, die sie mit Kuchen und Teigtaschen empfingen, sie fragten, auf wen sie schießen wollte, mit den Soldaten diskutierten, die meist aufgaben und ihre Waffen oder Panzer zurückließen.
Seit bei Auseinandersetzungen um die Strassensperren, die von Gruppen der Neonazis initiiert wurden, Mitglieder der Milizen ums Leben kamen, ändert sich die Stimmung.
Es wird berichtet, dass viele der „Separatisten“ keinen Anschluß an Russland wollten.
Gleichzeitig wird die Kiewer Regierung, die viele Ämter mit Rechtsradikalen besetzt hat, als illegitim angesehen und ihr die Gefolgschaft verweigert.

Auch die von der neuen Regierung in Aussicht gestellte ökonomische Perspektive bedeutet für große Teile der Bevölkerung das Aus und die soziale Verelendung
, da die Beziehungen zu Russland abgebrochen werden sollen, obwohl große Teile der Wirtschaft auf Exporten in das Nachbarland basierten und die EU für die Produkte keinen Markt bietet.

Aus einem Interview des Schweizer „Tagesanzeiger“:

„Und wie geht es der Bevölkerung? Wie gehen die Anwohner mit der Situation um?“
Ich habe den Eindruck, dass nicht wenige von ihnen den Aufstand als legitimen Widerstand gegen eine Regierung empfinden, die ihnen gegenüber feindlich eingestellt ist.
Sie fühlen sich von Kiew und der Westukraine übergangen.
Gleichzeitig betonen sie, dass sie nicht zu Russland gehören möchten, sondern eine unabhängige Republik bilden oder mindestens eine Föderalisierung der Ukraine erreichen wollen.
Ich habe mit einem Separatisten gesprochen, der eine Strassensperre vor einem Militärflugplatz der ukrainischen Armee bewacht. Er sagte mir, er wolle zwar verhindern, dass die Armee Nachschub liefern könne, aber den Russen wolle er sich ebenso wenig anschliessen. Er wolle ganz einfach angehört werden.
„Die ukrainische Regierung will ihre Soldaten nicht abziehen und den Osten des Landes weiter verteidigen. Wie gross sind ihre Chancen, die Kontrolle über die Region zurückzugewinnen?“
In Slowjansk sind die Separatisten sehr dominant, es könnte jederzeit zu einem nächsten Gewaltausbruch kommen.
In den anderen Regionen ist die Stimmung wie gesagt weniger aufgeheizt. Wenn es der ukrainischen Armee gelingt, Slowjansk zu isolieren und den bewaffneten Aufstand einzugrenzen, könnte sie die Situation durchaus wieder unter Kontrolle bringen.
Die Beerdigung heute Morgen hat mich aber stark an die Geschehnisse in Kiew erinnert, als eben solche Zwischenfälle die Situation zum Eskalieren gebracht haben.
Jeder Tote hat eine radikalisierende Wirkung. .. “ (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Der von der neuen rechtsgerichteten Regierung in Dnjeprpetrovsk eingesetzte Gouveneur Kolomoisko – als Milliardär einer der reichsten Ukrainer – hat nun eine Kopfgeld-Prämie finanziert: Angehörige der Neonazi-Milizen erhalten ein Kopfgeld für jeden festgenommenen Aufständischen.
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41581/1.html
http://de.ria.ru/politics/20140427/268367150.html

Jochen

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