Die Spitze der Linken grüßt Merkels und Gaucks Gesslerhut

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Vorauseilende Unterwerfung zum Fest nationaler Besoffenheit ?

Arnold Schölzel findet kritische Worte dagegen:
https://www.jungewelt.de/ansichten/verheerend

Alle Jubeljahre wieder kommt Michail Gorbatschow nach Berlin, um in Reklamefilmchen z. B. für eine Luxusmarke oder für die vom Westen angestrebte Weltordnung zu werben. So unpopulär wie der Mann zu Hause ist, hat er allerhand Bedarf an Bargeld und simulierter Wichtigkeit.
Beides ist ihm sicher, solange er nicht vergisst, die globale Vormacht des Westens, die er mit herbeiführen half, gebührend zu preisen.
In Berlin gab er am Sonnabend von sich, er sei mit sich zufrieden und stolz darauf, »dass ich ein bisschen etwas beigetragen habe dazu, dass wir heute so leben, wie wir leben«.
Das gilt offensichtlich auch für die Blutspur, die USA und NATO seit 1991 mit ihren völkerrechtswidrigen Kriegen in Europa, Afrika und Asien hinterlassen haben. Gorbatschow nennt das: »Die Welt ist an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg.«

Das hat mit der Realität so viel zu tun wie die Formeln des ehemaligen sowjetischen Staats- und Parteichefs von »allgemeinmenschlichen Interessen« oder dem »gemeinsamen Haus Europa« – nichts.
Gorbatschow – und mit ihm die »Reform«-Fronde der sozialistischen Länder Europas – »übersah« lediglich, dass weder die USA noch NATO und EU daran dachten, auf die gewaltsame Durchsetzung von Interessen zu verzichten, dass sie die eigene Vorherrschaft in Europa und weltweit nie zur Disposition stellten.
Gorbatschow gab gegen ein Trinkgeld und unter bewusster Inkaufnahme schwerster Rechtsbrüche gegenüber ostdeutschen Bürgern und deren fortdauernde Diskriminierung grünes Licht für den DDR-Anschluss.
Das Dankeschön aus Bonn war die Anzettelung der Kriege zur  Auflösung Jugoslawiens noch 1990. Seitdem ist das Völkerrecht für die angeblichen Rechtsstaatshüter ein Fetzen Papier.
Für diese Missachtung gibt es selbst in der Geschichte des deutschen Imperialismus kaum ein Beispiel: Jeder Angriffskrieg wird als Weiterentwicklung des Rechts gefeiert.
Der Kalte Krieg gegenüber Russland hörte für die NATO nie auf, die Frage war allein, wann sie an der russischen Grenze zu zündeln beginnen würde.

Seit einem Jahr, seit dem dank Moskau verhinderten US-Militärschlag gegen Syrien, ist es zumindest in den deutschen Medien soweit. Sie haben seither die besinnungslose Hetze gegen Russland ununterbrochen fortgesetzt.
Sie entscheiden zwar nicht über einen Kriegsbeginn, aber als akute Warnung kann betrachtet werden, dass die deutsche Bundeskanzlerin ihre Rede am Sonntag zum 9. November 1989 dazu nutzte, auf die bewaffneten Konflikte in der Welt und die von ihnen ausgehende Gefahr hinzuweisen.
Die Spitze der Linkspartei stellte diesen Zusammenhang nicht her. Sie grüßte untertänigst den Gesslerhut »Entschuldigung für die DDR«.
Da sind nicht nur Maßstäbe verrutscht, da wird nicht nur Geschichte durch Ausblendung der vergangenen 25 Jahre gefälscht.
Eine Erklärung dieser – Gorbatschowschen – Art, in der von Nichtkrieg bis 1989 und Krieg seither keine Rede ist, setzt ein verheerendes Zeichen.

Jochen

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