Jeder Fünfte hat innerlich gekündigt – Folgen sind Depressionen und Sucht

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Auszüge:

Studie von Unfallversicherung und Krankenkassen verweist auf erhebliche gesundheitliche Folgen wie Depressionen und Sucht

Berlin. Jeder fünfte Beschäftigte interessiert sich nicht mehr für seinen Job und tut nur noch das Nötigste. Diese Schätzungen über das Ausmaß der »inneren Kündigung« in der Bundesrepublik sind das Ergebnis einer Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit, die von Unfallversicherung und Krankenkassen getragen wird.
Für die betroffenen Beschäftigten kann innere Kündigung erhebliche gesundheitliche Folgen haben, etwa Depressionen, Sucht- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Darüber hinaus kann sich die innere Kündigung einzelner Mitarbeiter negativ auf die übrige Belegschaft auswirken:
Soziale Beziehungen verschlechtern sich, es kommt zu Mehrarbeit für Kollegen und Unzufriedenheit bei anderen Mitarbeitern.

Befragt wurden für die Expertise 381 Personalverantwortliche von großen, mittelständischen und kleinen Unternehmen. Beteiligt waren Organisationen der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes sowie eine Nichtregierungsorganisation.
Als wichtigsten Auslöser für verloren gegangenes Engagement der Mitarbeiter gelten demnach mangelnde Wertschätzung, fehlende Mitbestimmung und ungelöste Konflikte.
Neben Schwächen im Führungsverhalten können aber auch Veränderungen in der Organisation eine innere Kündigung auslösen, insbesondere wenn diese Veränderungen mit Personalabbau und Arbeitsverdichtung einhergehen und durch lange Phasen der Unsicherheit geprägt sind.
Agenturen/nd

Dazu auch aus den NachDenkSeiten eine Beobachtung eines Kollegen http://www.nachdenkseiten.de/?p=35506:

„Ich glaube, dass deshalb keine offene Debatte mehr zustande kommt, weil viele sich schon privat nicht mehr trauen, ihre Meinung zu äußern.“

Liebes Nachdenkseiten-Team,
eine Wahrnehmung, die alle drei o. g. Schlagworte (Feindbild. Scheinheiligkeit. Propaganda) bestens bedient, besteht im Ergebnis des Vergleichs der Angriffe auf Ost-Aleppo und der jetzt laufenden Mossul-Offensive. Hier kriegsverbrecherische russische Bomben, da heilbringende amerikanische Koalitionssprengkörper und jubelnde befreite Christen. Während man über einen vermutlich weitgehend entvölkerten Stadtteil Krokodilstränen vergießt, hat man kein Problem, die Bombardierung einer 1,5 Mio. Stadt zu bejubeln.

Es ist zum verzweifeln, besonders, wenn ich mich als Psychologe und Psychoanalytiker in meinem Umfeld umhöre.
Das Äußern abweichender Gedanken kann selbst im Freundeskreis mittlerweile zu Rückzug und Kontaktabbruch führen. Unsere Freiheit wird hauptsächlich im Kopf beschränkt, was sehr wirkungsvoll scheint.

Ich glaube, dass deshalb keine offene Debatte mehr zustande kommt, weil viele sich schon privat nicht mehr trauen, ihre Meinung zu äußern.
Das führt dazu, dass aber vermutlich auch für die Profis die öffentliche Meinung nicht mehr einschätzbar sein dürfte.
So verstrickt sich Propaganda zunehmend in sich selbst, mit dem Risiko die aufgebaute Scheinrealität für voll zu nehmen und auf diese konstruierte (Kriegs-)wirklichkeit zu reagieren. tiefenpsychologisch würde man das als Projektion bezeichnen.

Mit dem Rückzug aus der freien öffentlichen Meinungsäußerung sind wir wohl schon mitten im neuen Biedermeier angekommen. Ob Krieg die Folge daraus sein wird?

Mit besten Grüßen,
J. H.

Jochen

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