Stellungnahme zur Verbreitung des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Leider keine schönen Nachrichten.
Ein gut verständliches Video zu dem Thema findest Du hier:
https://www.youtube.com/watch?v=uz1gBTLdIGE&feature=emb_logo

Schau Dir das mal an, da wird ziemlich genau erklärt, was auf uns zukommt. Bis der Impfstoff massenweise zur Verfgung steht, wird es bis Anfang 2021 dauern. Höchstwahrscheinlich muss man die strengen Ausgangsregelungen so lange durchhalten. Dass das zu großer Armut in der ganzen Welt führt, kannst Du Dir vorstellen. V.a. in den USA.
Vielleicht können wir dann irgendwann mal nach CHina auswandern, wo sie das Virus in Schach halten können.
Also passt gut aufeinander auf !
Und hier auszugsweise die angekündigte Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi)

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) zur Verbreitung des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Hintergrund

Im Dezember 2019 kam es in Wuhan, einer Stadt in China mit 11 Millionen Einwohnern, zu einem Ausbruch mit dem Coronavirus 2 (SARS-CoV-2). Das Virus hat sich in ganz China und darber hinaus verbreitet. Am 12. Februar 2020 nannte die WHO die durch das neuartige Coronavirus verursachte Krankheit offiziell Coronavirus Disease 2019 (COVID-19). Am 11. Mrz 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Pandemiefall erklrt.

Ziel der Stellungnahme

Unser Ziel ist es, die aktuelle Situation und die vorliegenden Erkenntnisse aus epidemiologischer Perspektive zu bewerten und eine Einschtzung zu knftigen Entwicklungen und notwendigen Manahmen abzugeben. Es werden zu diesem Zweck mathematische Modellierungen der weiteren Infektionsausbreitung vorgestellt. Die Ergebnisse der Modellierungen sind aufgrund des aktuell noch eingeschrnkten Wissens zum Verhalten von SARS-CoV-2 mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden. Im Rahmen der Modellierungen kann jedoch ein breites Spektrum mglicher Entwicklungen sowie der Effekt von Infektionskontrollmanahmen orientierend dargestellt werden. Diese Modelle eignen sich um aktuelle Empfehlungen zur Infektionskontrolle abzu-leiten.

Klinisches Erscheinungsbild, Verbreitung

Um Vorhersagen treffen zu knnen, ist es in der aktuellen Situation notwendig, Annahmen ber das Verhal-ten des Infektionserregers zu treffen. Diese basieren auf Daten des bisher beobachteten Infektionsgesche-hens und werden immer besser einschtzbar, je lnger die Pandemie anhlt. Verffentlichte Daten sprechen dafr, dass Infektionen mit SARS-CoV-2 in den meisten Fllen milde bis moderat verlaufen, whrend 25% der Flle eine Behandlung auf der Intensivstation bentigen. Risikogruppen fr schwere Verlufe sind vor allem ältere Personen [1, 2] und Personen mit Vorerkrankungen. Auch Tabakkonsum scheint ein Risikofaktor fr einen ungnstigen Erkrankungsverlauf zu sein [1] .
Kinder haben meistens einen sehr milden Verlauf, kn-nen die Infektion aber dennoch bertragen.
Ein wichtiger Parameter fr die Modellierung der Infektionsausbreitung ist die Basisreproduktionszahl (R0). Diese gibt an, wie viele Personen von einer infizierten Person im Durchschnitt angesteckt werden, wenn keine Infektionskontrollmanahmen durchgefhrt werden und keine Immunitt in der Bevlkerung vorliegt (im weiteren Verlauf der Ausbreitung verndert sich das und man spricht von der effektiven Reproduktionszahl). Fr SARS-CoV-2 wird R0 auf 23 geschtzt [3] .
Stellt man sich ein Szenario vor, in dem KEINE spezifischen Kontrollmanahmen durchgefhrt werden und keine spontanen Verhaltensnderungen stattfinden, wrden sich unter der Annahme, dass alle Personen nach einer Infektion einen Immunschutz ausbilden im Verlauf des Ausbruchs etwa 5070 % der Bevlkerung, anfangs mit exponentiell steigender Geschwindigkeit, infizie-ren. Wrde die Epidemie ungehindert nach diesem Szenario ablaufen, lge der Hhepunkt des Ausbruchs (maximale Zahl infizierter Personen) bereits im Sommer 2020 (Abb. 1).

abb1b

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Abb. 1. Zeitlicher Verlauf der Epidemie für unterschiedliche Basisreproduktionszahlen (R0) / effektive Repro-duktionszahlen. Dies stellt die Auswirkungen von Kontrollmanahmen durch unterschiedliche Reproduktions-zahlen nach Einführung der Maßnahmen auf die COVID-19 Fallzahlen dar. Auf der horizontalen Achse ist die Zeit angegeben und auf der vertikalen Achse die Anzahl an Personen, die zu einem Zeitpunkt (Panel A) infi-ziert sind oder (Panel B) auf einer Intensivstation behandelt werden mssen. So gibt es zum Beispiel an Tag 50 bei einer Reproduktionszahl von 2,5 5.687.270 infizierte Personen (Panel A), bei einer Reproduktionszahl von 2 wrden an Tag 100 1.140.233 Personen intensivpflichtig sein.

Die Modellierung desVerlaufsder Epidemie beruht auf einem SEIR Model mit den folgenden Parametern: Präinfektiöse Zeit 5.5 Tage, Infektiöse Zeit 3 Tage, 2% aller Infizierten benötigen eine intensivmedizinische Behandlung mit einer Verzögerung von 10 Tagen und einer Intensivstation-Liegedauer von 20 Tagen. Zum Zeitpunkt 0 (Beginn der Manahmen) sind 40.000 Personen bereits infiziert, haben aber noch keine Symptome und sind für die anderen nicht ansteckend, 10.000 Personen sind infektiös.

Die unterschiedlichen Kurven in der Grafik zeigen auch verlangsamte Verlufe der Epidemie, d.h. sie zeigen was geschieht, wenn die Reproduktionszahl durch Einfhrung von Kontrollmanahmen, wie aktuell in Deutschland schon teilweise umgesetzt, gesenkt wird.
Die groe Gefahr eines ungehinderten Ausbruchverlaufs besteht darin, dass in einem kurzen Zeitraum eine sehr groe Zahl an Patienten eine Behandlung auf Intensivstationen bentigen wrde und das Gesundheitssystem hiervon sehr schnell berfordert wre. Derzeit verfgt das Gesundheitssystem in Deutschland ber ca. 30.000 intensivmedizinische Betten; die meisten hiervon werden fortlaufend fr Patienten bentigt, die unabhngig der aktuellen COVID-19-Problematik intensivpflichtig sind.
Bei der Interpretation der Modellergebnisse fllt auf, dass auch mig verlangsamte Verlufe der Infektionsausbreitung zu einer Dekompensation des Gesundheitssystems fhren wrden. Erst eine Senkung der effektiven Reproduktionszahl in den Bereich von 1 bis 1,2 wrde einen Verlauf innerhalb der vorhandenen Kapazitten des Gesundheitssystems ermglichen. Eine Steuerung der Ausbreitungsgeschwindigkeit in diesen engen Bereich scheint praktisch nicht vorstellbar, weil schon eine geringe Erhhung der Reproduktionszahl zu einer berforderung des Gesundheitssystems fhren wrde.

Eine andere mgliche Strategie wre es, die effektive Reproduktionszahl unter 1 zu senken und dadurch eine Eindmmung der Epidemie zu erreichen. Die entscheidende Manahme ist hierbei, neben den schon etablierten Infektionskontrollstrategien (z.B. Senkung der bertragungswahrscheinlichkeit durch konsequente Hndehygiene, Isolation von infizierten Personen, Quarantne von Kontaktpersonen) auch in der gesamten Bevlkerung eine Einschrnkung der sozialen Kontakte auf das Notwendigste zu erreichen. Sollte es so gelingen, hierdurch die Infektionsausbreitung in Deutschland einzudmmen bis es keine neuen Flle gibt, msste weiterhin einem erneuten Einschleppen der Infektion vorgebeugt werden, bzw. auftretende Einzel-flle mssten durch eine breit angelegte Teststrategie schnell identifiziert und isoliert werden.
Die Modellierung desVerlaufsder Epidemie beruht auf einem SEIR Model mit den folgenden Parametern: Präinfektiöse Zeit 5.5 Tage, Infektiöse Zeit 3 Tage, 2% aller Infizierten bentigen eine intensivmedizinische Behandlung mit einer Verzgerung von 10 Tagen und einer Intensivstation-Liegedauer von 20 Tagen. Zum Zeitpunkt 0 (Beginn der Maßnahmen) sind 40.000 Personen bereits infiziert, haben aber noch keine Symptome und sind fr die anderen nicht ansteckend, 10.000 Personen sind infektis.

Die weitere Analyse und noch einige sehr bedenklich stimmende Abbildungen sind hier nachzulesen:
https://www.dgepi.de/assets/Stellungnahmen/Stellungnahme2020Corona_DGEpi-20200319.pdf

Jochen

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