Sexarbeit ist Arbeit – Abschaffung von Prostitution ist weder möglich noch nötig

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Ob jemand mit den Händen, dem Mund oder seinen Geschlechtsteilen Lohnarbeit verrichtet, ist aus sozialistischer Sicht gleich zu behandeln.
Entfremdung
spielt in allen Fällen eine Rolle, Ausbeutung häufig, wie schon hier
https://josopon.wordpress.com/2019/12/22/wenn-es-um-sex-geht-wird-fur-viele-schnell-alles-schwierig-uber-kleinburgerliche-moral-hiv-und-den-unterschied-von-prostitution-und-sexarbeit/ und hier https://josopon.wordpress.com/2016/11/01/das-neue-prostituiertenschutzgesetz-ein-regelwerk-der-repression/ beschrieben. Man findet da eine unglaubliche Koalition von emanzipationsfeindlichen Klerikalen und männerfeindlichen Emanzen, die jeden Kunden zum Täter erklärt.
Demnach kann ich mich der folgenden Einschätzung von Birthe Berghöfer anschlieen: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1137369.prostitution-sexarbeit-ist-arbeit.html
Auszüge:

IProstitutionm Zuge des coronabedingten Berufsverbots für Sexarbeiterinnen fordern 16 Bundestagsabgeordnete aus Union und SPD gleich die endgültige Abschaffung der Prostitution: Mit dem Schwedischen Modell sollen der Kauf sexueller Dienstleistungen und damit die Freier kriminalisiert, Zwangsprostitution beendet und Sexarbeiterinnen geschtzt werden.

 

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Proteste gegen das „Prostituiertenschutzgesetz“ unter dem Motto „Mein Körper, mein Bettlaken, mein Arbeitsplatz“ im Sommer 2016 in Berlin – Foto: Bjoern Kietzmann

Dagegen wehren sich – auch ber den Internationalen Hurentag am 2. Juni hinaus – Berufsverbände und Prostituierte.

Denn ein Sexkaufverbot macht alle Sexarbeiter*innen pauschal zu Opfern. Zwangsprostitution ist durchaus ein Problem, durch Gesetze gegen Menschenhandel jedoch bereits strafbar.
Das weitläufige Argument, es handele sich um eine frauenfeindliche Tätigkeit, zu der Frauen gezwungen wrden, bersieht nicht nur, dass auch Männer, Trans und Nicht-binäre Personen Sexarbeit leisten. Es bersieht auch, dass sexuelle Dienstleistungen durchaus einvernehmlich sind. Ist dies nicht der Fall, sollten Gesetze gegen Vergewaltigung greifen.

Der Vorstoß reiht sich also ein in die anhaltende Stigmatisierung von Prostitution als unsittliche Dienstleistung.
Er ignoriert, dass sich das älteste Gewerbe der Welt nicht einfach abschaffen, sondern lediglich in den Untergrund drängen lässt.
In alter Tradition wird über den weiblichen Körper und ihren Einsatz bestimmt.
Dabei sollte der feministische Slogan My Body, My Choice auch hier zu tragen kommen.

Mein Kommentar: Gesetze gegen Menschenhandel, für Arbeitsschutzrechte, Mitbestimmungsrechte für Sexarbeiter durchzusetzen, würde heißen, die stillen heimlichen Übereinkünfte im „Milieu“ mit viel personellem Aufwand zu durchleuchten und viele Korruptionssümpfe trocken zu legen. Das klappt ja noch nicht einmal auf Schlachthöfen.

Und möglicherweise sind auch einige politisch Verantwortliche als Kunden erpressbar und halten deshalb die Hand drber, schaffen statt dessen eine Gesetzesverschärfung, die mangels Personal kaum durchgesetzt wird, aber bei den Lesern von Bild und ähnlichen Blättern gut ankommen wird.

Jochen

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