„Dora war nicht im Widerstand“ – Interessante Ausstellung von Sophia und Jan Firgau in der Steinwache Dortmund

claus_stilleNur jeder fünfte Deutsche glaube (laut MEMO-Studie der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft). dass es unter seinen Vorfahren Täterinnen zu Zeiten des Nationalsozialismus gegeben und nur 40 Prozent der Deutschen meinten, dass sich unter ihren Vorfahren Mitläuferinnen befunden haben

Da ich meine Jugend in Dortmund zugebracht habe, nehme ich innerlich immer noch am Geschehen dort teil, insbesondere an den Ostermärschen.
Mein Stiefgroßvater war als Reichsbahninspektor bei der NSdAP in Saarbrücken – nach seinen Worten aus Karrieregründen, obwohl er ein gläubiger und frommer Katholik war. Ob er Güterzüge zur Verschickung organisiert hat, darüber hat er nie gesprochen. Mein leiblicher Großvater mütterlicherseits war Elsässer, also Franzose.
Mein Vater war bei der HJ und dann bei der Kriegsmarine. Er war gläubiger evangelischer Christ, ist mehrfach abgesoffen und nur knapp davon gekommen und hatte seit 1942 vom NS-Staat die Schnauze voll, ohne aber aktiv Widerstand zu leisten. Meine Mutter hasste Hitler. In meiner sonstigen Verwandschaft gab es weder aktive Nazis noch aktive Widerstandskämpfer.
Aber nun zu Claus Stille:

clausstille56

Sophia Firgau in der Ausstellung. Fotos (3): C. Stille

Wir wissen relativ viel über Täter und Opfer des NS-Regimes. Kaum aber etwas über Mitläufer*innen und Durchschnittsdeutsche. Jan und Sophia Firgau haben sich für ihre Abschlussarbeit im Studiengang „Szenografie und Kommunikation“ an der Fachhochschule Dortmund am Beispiel ihrer Urgroßmutter mit der Rolle der zahlreichen Mitläufer*innen und dem Fortbestehen der NS-Ideologie in der Nachkriegszeit beschäftigt. Die interessante Ausstellung „Dora war nicht im Widerstand“ ist noch bis zum 13. August in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache zu sehen.

Die Ausstellung stellt in der Steinwache einen interessanten Kontext her

Die Idee zu dieser Ausstellung, erzählt mir Sophia Firgau während eines Pressetermins am Ort der Ausstellung, sei ihr zusammen mit ihrem Cousin, Jan Firgau, etwa vor eineinhalb Jahren gekommen. Sie fanden, dieses Thema wäre ein passendes – weil bisher nicht groß beackert – für ihrer beider Abschlussprojekt. Cousin Jan war während des Pressegesprächs am vergangenen…

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