Über mich

Ich freue mich über jeden neuen Diskussionsbeitrag hier.

Ich versuche seit Jahren, in einer kleinen schwäbischen Stadt Menschen zu finden, die an tiefergehenden politischen Diskussionen Interesse haben.

Als gelernter Skeptiker gestatte ich mir, vor allem die verbreiteten Allgemeinplätze in Frage zu stellen, von einem relativistischen Standpunkt aus, der alle Menschen als gleich weert und gleicher Rechte Eigentümer ansieht und ihnen das Recht zuerkennt, ihre Grundbedürfnisse in diesem ihrem Leben zu erfüllen, wozu auch das Recht auf Kultur und soziale Teilhabe gehört.

Auf eine wichtige Seite möchte ich hier hinweisen, die auch stets aktuell sozialpolitische Informationen anbietet:

http://www.dbsh.de/sozialpolitik.html

Der DBSH fordert eine Sozialpolitik mit präventiver und gerechtigkeitsfördernde Funktion für die Entwicklung unserer Gesellschaft.
Zu dieser Entwicklung gehört neben einer armutsvermeidenden materiellen Sicherung die bedarfsgerechte Bereitstellung qualifizierter sozialer Dienstleistungen. In den letzten Jahren ging der Abbau materieller Hilfen mit dem Abbau sozialer Dienste einher. Umgekehrt kann die Profession erst dann sinnvoll tätig sein, wenn Verarmung und Segregation vermieden werden. Insofern muss die Soziale Arbeit die sozialen Sicherungssysteme stärker in den Blick nehmen, als bisher.

6 Gedanken zu “Über mich

  1. Hallo Jochen,

    wenn wir beide uns zusammentun, dann sind wir schon zwei in einer kleinen schwäbischen Stadt. Nach dem Blog zu urteilen, könnte es sein, daß noch mehr zusammengeht. Bei Gelegenheit könnten wir das ja mal untersuchen.

    Inzwischen freundlichen Gruß,
    Werner

    • Hallo Werner, habe Deinen Kommentar auf josopon gerade erst entdeckt. Du kannst mich gerne per email kontaktieren: j o c h e n m a b u s e „AT“w e b . d e
      Melde Dich doch mal.
      Gruß
      Jochen

  2. Man kann sich über manches wundern,z.B.welche Ängste Menschen umtreiben.Angst ist u.a.ein Motor der Evolution,verleitet leider aber auch zur Manipulation.Und zu Scheuklappen-/Tunnelblick.Das dabei Gesichtete mag ja weitgehend richtig sein,ist aber bei Weitem nicht das Ganze

  3. Ernst von Dombrowski
    ein Buch von Rainer Thiemann
    Nationalsozialistischer Aktivist und Karrierist
    Siegsdorf – »Wir können diese Schublade nicht mehr zumachen«, sagte Bürgermeister Thomas Kamm am Ende eines langen Abends, an dem eines klar wurde: Ernst von Dombrowski war Nationalsozialist und auch später in der Naziszene aktiv. Zu diesem Fazit kommt der Autor Rainer Tiemann, der im Siegsdorfer Dombrowski-Museum sein Buch »Dombrowski – eine Aufklärung über heute noch wirkende Mythen des Nationalsozialismus« vorstellte.

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    Der Künstler Ernst von Dombrowski war Nationalsozialist und auch später in der Naziszene aktiv. Das ergaben Recherchen des Autors Rainer Tiemann, die jetzt sein Buch »Dombrowski – eine Aufklärung über heute noch wirkende Mythen des Nationalsozialismus« vorstellte. (Foto: Stadtarchiv Traunstein)
    Ernst von Dombrowski, dem im Jahr 1919 in seinem Geburtsland Österreich sein Adelstitel aberkannt worden war, was ihn nicht hinderte, ihn später in Deutschland wieder zu führen, war Holzschneider und Buchillustrator. Bis zu seinem Tod 1986 lebte er in Siegsdorf. Die Gemeinde hat dem Künstler eine eigene, öffentliche Dauerausstellung gewidmet. »Dieses Buch soll dazu dienen, den Menschen Dombrowski aus der undurchsichtigen verklausulierten eigenen Lebensbeschreibung zu lösen und mit Fakten die ganze Dimension seines politischen Lebens und seines künstlerischen Schaffens darzustellen«, schreibt Rainer Thiemann im Vorwort.

    Hitler bewunderte ihn

    Der engagierte Unternehmer aus Saalbach, der sich mit Wirtschafts- und Wissenschaftsgeschichte beschäftigt, deckt in dem Buch auf, was in diesem Ausmaß bisher wohl niemand wusste: Der Künstler Dombrowski, Maler und Grafiker, Ehrenbürger der Gemeinde Siegsdorf und Träger der Ehrenmedaille der Stadt Traunstein, war nationalsozialistischer Aktivist und Karrierist im Deutschen Reich und auch nach dem Krieg in der Naziszene aktiv. Hitler bewunderte ihn. Im Führerzimmer, dem Casino 21 auf der Wolfsschanze, hingen Dombrowskis Bilder. Betroffenheit machte sich breit unter den Zuhörern dieses Abends bei der Betrachtung dieses Fotos.

    Goebbels persönlich stellte ihn »unabkömmlich«

    Es war nicht das einzige Zeugnis, das der Autor vorlegte. »Ich bin kein Historiker und mein Buch erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch. Es war die Diskrepanz dieser Lebensdarstellung Dombrowskis zu dem Ergebnis erster Recherchen, das mich anspornte, tiefer einzutauchen«, sagte Thiemann. Mit gezielter Raffinesse, die an vielen Beispielen, vorgelesen von Ruth Göbel, deutlich wurde, erreichte Dombrowski nach dem Krieg nicht nur seine Entnazifizierung, sondern sicherte sich auch komfortable Einkünfte aus seiner kurzzeitigen Stellung als Professor der Akademie der Künste in München, trotz der Aberkennung seines Titels nach dem Krieg. Die Spruchbänder unter seinen Werken verschwanden, die Kunst blieb – geschaffen für die Propaganda-Maschinerie des nationalsozialstischen Gedankengutes: »…dass keiner aus sich heraus etwas Großes schaffen kann, ehe er sich nicht ganz verbunden fühlt dem Größeren«, wie es Dombrowski 1938 formulierte. Goebbels persönlich stellte den Künstler 1944 als »unabkömmlich«, zeichnet ihn aus als wertvolles »nationales Kapital«, um Dombrowski vor der Front zu bewahren.

    Bereits 1932 trat Dombrowski der NSDAP bei. »Er hat mir selber gesagt, dass er große Fehler gemacht hätte. Er sagte, Wiederstand sei nicht mehr möglich gewesen, als er schließlich erkannt hätte, wohin die Reise ging«, erzählte Siegsdorfs Altbürgermeister Franz Maier, sichtlich bewegt von der Fülle der Fakten an diesem Abend. »Ich habe ihn 1981 kennen und schätzen gelernt, ich wurde sein Nachlassverwalter. Ich bin dankbar für diese sehr sachliche und nicht verurteilende Präsentation heute Abend«, unterstrich Maier.

    »Es ist mir ein moralischer Schmerz«

    Ernst Dombrowski, ein Mann seiner Zeit, ein Mitläufer von vielen? 1976 nahm er den Preis »Dichtersteinschild« des rechtsextremen Vereins »Dichterstein Offenhausen« entgegen. 1984 verteidigte er die rechtsextreme österreichische Schriftstellerin Natalie Beer, die sich in einer Radiosendung öffentlich zum Nationalsozialismus bekannt hatte. »Es ist mir ein moralischer Schmerz. Wie gehen wir jetzt mit all diesen Erkenntnissen um?«, fragte Bürgermeister Thomas Kamm.

    Neben der Frage der Ausstellungspräsentation in einem gemeindeeigenen Gebäude stellt sich auch die nach der Ehrenbürgerwürde und dem Umgang mit der Dombrowski-Stiftung, die der Künstler für die Ausbildung sozial schwacher Jugendlicher ins Leben gerufen hatte und die aktuell drei junge Menschen unterstützt. »Eine Ausstellung kann aufklärende Blickwinkel bieten. Eine Stiftung kann einen Kontrapunkt setzen. Hier geht es darum, etwas zurecht zu rücken. Wegsperren wäre nicht richtig«, sagte Friedhelm Mühl- dorfer von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. »Die Wahrheit hilft, die Dinge tiefer zu verstehen. Wir sollten aufzeigen, nicht glätten«, sagte Siegsdorfs Pfarrer Thomas von Rechberg. plü

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