Biomarker für Alkoholsucht bei Mäusen entdeckt

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Ich habe schon lange festgestellt, dass es für Alkoholsucht auch bei Menschen eine genetische Risikoveranlagung gibt.
Wenn diese Forschungen auf den Menschen übertragen werden können, hätte man früh eine Möglichkeit, Menschen aus Risikogruppen aufzuklären, genau wie bei Brustkrebs.
https://www.spektrum.de/news/biomarker-fuer-alkoholsucht-entdeckt/1687650
Auszüge:

Während manche nur wenig Alkohol trinken, rutschen andere in eine Sucht ab.
Bei Mäusen haben Forscher nun ein Hirnnetzwerk entdeckt, an dem sich diese Entwicklung ablesen lässt.

von Daniela Zeibig

Wissenschaftler um Cody Siciliano vom Massachusetts Institute of Technology sind auf einen speziellen Hirnschaltkreis gestoßen, an dem sich offenbar ablesen lässt, ob Mäuse einmal süchtig nach Alkohol werden. Die Forscher trainierten mehrere Versuchstiere zunächst darauf, ein spezielles akustisches Signal mit einer wohlschmeckenden Zuckerlösung zu assoziieren.
Anschließend bekamen sie jedes Mal, wenn das Signal ertönte, Alkohol zur Verfügung gestellt. Mehrere Tage lang durften die Tiere sich daran nach Herzenslust bedienen.

Am Ende des Versuchszeitraums konnten die Wissenschaftler die Mäuse in drei verschiedene Gruppen einteilen.
Ein Teil der Tiere schleckte nur gelegentlich am Alkohol, andere wiederum häufig.
Die dritte Gruppe entwickelte hingegen ein regelrechtes Suchtverhalten und konsumierte die Flüssigkeit selbst dann noch, wenn die Forscher ihr einen besonders bitteren Beigeschmack zusetzten.
Mit Hilfe eines speziellen Bildgebungsverfahren beobachteten die Forscher vor dem Alkoholversuch, währenddessen und danach die Aktivität in zwei speziellen Hirnregionen, die an der Verhaltenssteuerung beteiligt sind: dem medialen präfrontalen Kortex und dem so genannten zentralen Höhlengrau.

Siciliano und seine Kollegen entdeckten, dass sich anhand der Kommunikation dieser beiden Areale vorhersagen ließ, ob die Mäuse ein Alkoholproblem entwickeln würden.
Schalteten sie das Netzwerk mit Hilfe von optogenetischen Methoden ein oder aus, konnten sie auch das Verlangen der Tiere nach Alkohol steigern oder dämpfen.

»Wir haben zum ersten Mal einen Hirnschaltkreis entdeckt, mit dem sich präzise voraussagen lässt, welche Mäuse einmal zwanghaft Alkohol zu sich nehmen werden, noch Wochen, bevor sie dieses Verhalten überhaupt zeigen«, sagt Mitautor Kay Tye in einer Pressemitteilung.
Ob das Netzwerk nur mit einer Alkoholabhängigkeit in Zusammenhang steht oder womöglich auch an der Entstehung anderer Verhaltenssüchte beteiligt ist, wisse man aber noch nicht.
Ebenso ist unklar, ob sich die Erkenntnisse auf Menschen übertragen lassen. Das werden erst weitere Untersuchungen zeigen.

Siehe dazu auch: https://josopon.wordpress.com/2018/04/15/alkohol-obergrenze-fur-risikoarmen-konsum-neu-definiert-100gl-pro-woche/

Jochen

Abschaffung der ärztlichen Schweigepflicht – Wer braucht die zentrale Patientendatei?

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

eCard-neindankeWie viele andere Kollegen werde auch ich diese Telematik nicht mitmachen. Ich bestreike auch schon die Gesundheitsüberwachungskarte.

Alle Ärztetage der letzten Jahrzehnte haben diese Überwachungsmaßnahme abgelehnt.

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Was hier das Ministerium mit den Einflüsterern der CompuMed-Gruppe, der Gesundheitskonzerne und der Softwareindustrie den Ärzten und Patienten abverlangt, ist ungeheuerlich. Die Kosten von über 10Mrd. Euro sollen die gesetzlich Krankenversicherten tragen, die Krankenkassen wolle sich immer mehr in die Therapie einmischen und die Pharmakonzerne stehen bei Fuß.
Die Bertelsmann-Tochter Arvato wird einige Milliarden abgreifen. Kein Wunder, dass in den Leim-Medien wie SPIEGEL, Zeit, Stern u.s.w. kein kritisches Wort darüber zu lesen ist.
Aber hier bei Telepolis, dort auch wichtige Diskussionsbeiträge:
https://www.heise.de/tp/features/Wer-braucht-die-zentrale-Patientendatei-4223472.html
Auszüge:

Wer braucht die zentrale Patientendatei?

  1. November 2018 Annette Hauschild und Helmut Lorscheid

Bundesgesundheitsministerium verschiebt die Anschlussverpflichtung für die Ärzte auf 2019, 80 Prozent der Ärzte haben sich noch nicht angeschlossen

Die Gesundheitskarte wird seit Jahren angepriesen als Beitrag zu mehr Service, mehr Transparenz, zu Kostensenkung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung.
Kurzum: Die Karte für alles Gute im Gesundheitssystem. So die Verheißung.
Doch bis heute sind lediglich einige Grunddaten auf der Karte gespeichert. Bisher ist nicht einmal die Blutgruppe darauf zu finden. Zumindest das soll sich ändern, aber sonst nicht viel.
In Arbeit sind stattdessen die elektronische Patientenakte und letztlich die zentrale Speicherung aller Patientendaten.

90 Prozent Verweigerung bei Psychotherapeuten

Im Gespräch mit Telepolis erklärt Dieter Adler, Initiator des Kollegennetzwerk Psychotherapie, (9.500 Mitglieder), den Paradigmenwechsel im Umgang mit Patientendaten:

„Bisher konnte jeder, der zum Arzt oder Psychotherapeuten ging, darauf vertrauen, dass seine medizinischen Daten in den Praxen der Ärzte und Psychotherapeuten sicher vor dem Zugriff anderer sind.
Zwar benutzen nahezu alle Behandler Computer, um Befunde, Berichte und Patientendaten zu speichern. Diese Rechner waren jedoch nie an irgendein externes Netz angeschlossen.
Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen warnten bisher vor den Risiken und rieten Ärzte und Psychotherapeuten davon ab, ihre Praxisrechner ans Internet anzuschließen.

Jetzt sollen sich alle Behandler, Apotheken und Krankenhäuser an das Internet anschließen lassen. Zwangsweise, denn nach dem sogenannten eHealth-Gesetz müssen alle ab dem 01.01.2019 an ein eigenes Netz, das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den gesetzlichen Krankenkassen betrieben wird, angeschlossen sein.
Zunächst nur eine Zwangsvernetzung, die aber nach Willen des Bundesgesundheitsministers zu einer zentralen Speicherung alle Patientendaten führen soll.

Telematik-Infrastruktur nennt sich das Zauberwort – was zunächst so kryptisch, wie ungefährlich klingt. Knotenpunkt der Vernetzung ist die Gesellschaft für Telematik, kurz Gematik, in Berlin.
Hier werden die Daten aller Praxen gebündelt und sollen in einem zweiten Schritt auf zentralen Servern, betrieben von der Bertelsmann Tochterfirma Arvato, gespeichert werden.
Ziel des Gesundheitsministeriums ist es, in einer einzigen elektronischen Gesundheitsakte, alle Daten eines Patienten zusammenzuführen.“

Alles total sicher

In der Selbstdarstellung des Betreibers, der „Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH“ (Gematik) heißt es:

Die Telematikinfrastruktur tritt an, das sicherste elektronische Kommunikationsnetzwerk zu werden, das es im deutschen Gesundheitswesen jemals gab. Als einheitliche sektoren-übergreifende Plattform für die elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen erleichtert die Telematikinfrastruktur den Informationsaustausch zwischen den Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten und Angehörigen anderer Heilberufe. Davon profitieren alle an der Patientenversorgung Beteiligten gleichermaßen. Dabei werden der Datenschutz und die Datensicherheit im Gesundheitswesen gestärkt.

Gematik

Big Data für die Pharma-Industrie

Kritiker dieser Monsterdatei gehen davon aus, dass die Daten über den Zugang zur „Forschung“ sehr schnell ihren Weg zur Pharma-Industrie finden werden. Denn bekanntlich finanzieren Firmen einen Großteil der medizinischen Forschung. Eine alle Patienten umfassende bundesweite zentrale Datensammlung würde sicherlich auch ein begehrtes Ziel von allerlei kriminellen Begierden.

Dieter Adler fürchtet, dass „die Speicherung aller Gesundheitsdaten auf einem zentralen Server geradezu eine Einladung für Hacker sein kann“. An Beispielen mangelt es nicht.
In Norwegen gab es erfolgreichen Hackerangriffe auf die norwegische Gesundheitsbehörde „Helse sørøst“, in Großbritannien auf eine Vielzahl von Krankenhäusern des britischen National Health Service NHS und in den USA wurden ein Drittel der Gesundheitsdaten – das heißt Daten von über 120 Millionen Patienten – gehackt.

Das wissen die kritischen Geister in der Medizin. So verwundert es nicht, dass die Zahl der Telematik-Anschlüsse trotz drohender Honorarkürzung in den letzten Monaten rapide abnahm. Gab es im Mai 2018 noch 4000 Telematik-Anschlüsse, die wöchentlich verlegt wurden, sind es jetzt gerade mal etwas mehr als 400 pro Woche.

Der Widerstand gegen die Telematik wurde vom Netzwerk und den anderen Telematik-Gegner-Gruppen flächendeckend mobilisiert. In Zahlen: 82% sind noch nicht angeschlossen, von unserer Berufsgruppe Psychotherapeuten weigern sich „immer noch“ 92,7%. Und das konstant!

Dieter Adler

Die Frage stellt sich, wer diese Datei eigentlich braucht. Für die Ärzte bedeutet sie unbezahlte Mehrbelastung und erhebliche Kosten für die notwendigen Geräte und Anschlüsse.
Für den Patienten bedeutet sie einen Angriff auf die Selbstbestimmung.
Denn was bringt es, wenn künftig auch der Zahnarzt aus der neuen online verfügbaren Patienten-Akte erfahren kann, dass sich sein Patient wegen Depressionen in Psychotherapie oder beim Hautarzt wegen eines unerfreulichen Mitbringsels aus seinem letzten Urlaub in Behandlung befindet?

Während die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien sowie Krankenkassen und die Ärztekammern das Vorhaben in höchsten Tönen loben und als Segen für die Versicherten darstellen, hält sich die Zustimmung beim medizinischen Fachpersonal deutlich in Grenzen.
Der Großteil der Bevölkerung ist über das Vorhaben kaum informiert. Dabei tragen die Versicherten einen Großteil der entstehenden Kosten.
Schon jetzt soll die Telematik-Infrastruktur – monieren Kritiker des Projekts – bereits 2 Milliarden Euro verschlungen haben. Vom Bundesgesundheitsministerium und auch von Gematik waren keine genauen Zahlen zu erfahren.

Auch im Ländle kaum Zustimmung

Obwohl zum 1. Januar 2019 allen, die sich dem Datennetz nicht anschließen mochten, eine Honorarkürzung von einem Prozent drohte, haben sich selbst bei den sparsamen Schwaben bis August 2018 gut 90 Prozent der Praxen nicht an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen.

Die baden-württembergischen Mediziner führen technische Probleme und ihre Sorge vor nicht absehbaren Kosten als Argument an.
Einem Bericht der Stuttgarter Zeitung vom 17. August 2018 zufolge hatten 25 Prozent der Praxen, die bereits am Netz sind, laut einer Umfrage des Ärzteverbands „Medi“ schon bei der Installation des Konnektors Probleme. 33 Prozent klagten nach Inbetriebnahme über wiederholte Systemabstürze. Ferner sei die Anbieterhotline schlecht erreichbar gewesen und Techniker hätten sich mit dem Gerät kaum ausgekannt, sagt der Medi-Vorsitzende Baumgärtner.

Werner Baumgärtner rät seinen Mitgliedern abzuwarten, „bis die größten Probleme dieser instabilen Technik gelöst sind“, so der Medi-Vorstandschef im August 2018 gegenüber der Stuttgarter Zeitung.
Zu kämpfen hätten die Praxen auch damit, dass noch viele alte Gesundheitskarten (eGK1) in Umlauf seien, die von den meisten neuen Lesegeräten nicht akzeptiert würden.
Es sei „eigentlich ein Skandal“, dass manche Krankenkassen noch nicht auf die eGK2 umgestellt hätten.

Während die einen die Instabilität des Systems, hohen Zeitaufwand und weitere Kosten zum Abwarten bringen, sind andere Ärzte grundsätzlich gegen die geplante Datensammlung.
So die Tübinger Ärztin Susanne Blessing. Sie ist die baden-württembergische Landesvorsitzende des Verbands Freie Ärzteschaft. Für sie ist „das System nicht praktikabel und unsicher. Alles, was über das Internet geht, ist in meinen Augen nicht kontrollierbar.“

Dieter Adler und seine Psychotherapeuten-Kollegen stehen also nicht alleine, auch bei den Allgemeinmedizinern formiert sich Widerstand gegen die zentrale Patientendatei, so wie sie der Pharmalobbyist Jens Spahn in seiner augenblicklichen Funktion als Bundesminister für Gesundheit gerne hätte.
Die Art und Weise, wie Spahn Politik betreibt, hat sicher mit dazu beigetragen, die Medizinmänner und -frauen aufzuschrecken und einiges gegen „Big Data in spe“ im Medizinbereich zu bewegen.

Freie Ärzteschaft gegen Totalvernetzung

Auch die Hamburger Fachärztin für Allgemeinmedizin, Dr. Silke Lüder wehrt sich gegen den Anschluss ihrer Patientendatei an den Bertelsmann-Server. Sie ist Stellvertretende Bundesvorsitzende der Freie Ärzteschaft e. V. und macht sich so ihre eigenen Gedanken. In ihrer Antwort an Telepolis heißt es:

Nach dem E-Health-Gesetz müssen sich alle Arzt- und Zahnarztpraxen, Kliniken und später auch Apotheken online an die Telematik-Infrastruktur (TI) mit Servern bei der Bertelsmann-Tochter Arvato anschließen. Zugangsschlüssel ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK).
Die Interessen dahinter liegen auf der Hand: Politik, Krankenkassen und IT- und Gesundheitsindustrie wollen die medizinischen Daten aller Bürger zentral speichern, um das Gesundheitswesen zu steuern und Rendite zu erwirtschaften.

Silke Lüder

Auch Silke Lüder verweist auf die „bedrohlichen Hackerangriffe in den vergangenen Jahren in verschiedenen Ländern auf Gesundheitsdaten (z. B. in Großbritannien, Norwegen)“ und bezeichnet das Vorhaben der Zentraldatei deshalb als „verantwortungslos.“

Aus Sicht der Ärzte gefährdet eine Totalvernetzung im Gesundheitswesen die Sicherheit der Patienten und ihrer Daten. Die Ärzte werden die ärztliche Schweigepflicht weiter verteidigen und die Daten ihrer Patienten zu schützen. Viele Praxisinhaber haben bereits erklärt, sich nicht an die TI anzuschließen und den angedrohten Honorarabzug von 1 Prozent in Kauf zu nehmen, damit ihre Patientendaten nicht in diese Überwachungsstruktur einfließen. Auch die jüngsten Entwicklungen und Ideen von Krankenkassen, IT- und Versicherungskonzernen, den Versicherten Apps für ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen (z. B. Vivy), lassen vermuten, dass die Versicherten künftig noch stärker gesteuert werden sollen. Nach Aussagen von Spezialisten der IT-Sicherheit können App-Daten nicht sicher geschützt werden.

Silke Lüder

Die Freie Ärzteschaft prüfe deshalb juristische Schritte gegen das eGK-Projekt.

SPD-MdB lässt bei Spahn denken

Im Bundestag hält sich das Interesse für die konkrete Auslegung der schon vor einigen Jahren beschlossenen zentralen Datensammlung in Grenzen. Der für den Bereich Telematik in seiner Fraktion zuständige SPD-Abgeordnete, Dirk Heidenblut, verzichtet auf eine inhaltliche Beantwortung der ihm von Telepolis übersandten Fragen und verweist auf das Ministerium:

Leider sind wir nicht die passenden Ansprechpartner für Ihre Fragen. Ich rate Ihnen das Bundesministerium für Gesundheit dazu anzuschreiben, da das BMG die aufsichtsführende Behörde über die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (Gematik) ist, die wiederum die Elektronische Gesundheitskarte entwickelt und gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die technischen Sicherheitsstandards entwickelt und festlegt.

Dirk Heidenblut

Heidenblut sieht es möglicherweise nicht als seine Aufgabe an, das Ministerium zu kontrollieren. Da aber genau das seine Aufgabe als Bundestagsabgeordneter wäre, stellt sich die Frage: Was macht dieser Mann im Bundestag? *)
Und das waren die Fragen an die SPD-Fraktion, die ihr zuständiger Fachpolitiker Heidenblut lieber unbeantwortet ließ: „Mir wurde erklärt, dass ein Großteil der Ärzte und insbesondere die Psychotherapeuten die zentrale Speicherung von Patientendaten ablehnen und sich folgerichtig bisher nur wenige an dem System angeschlossen haben. In einer Petition – gerichtet an die Datenschutzbeauftragte – heißt es: ‚Conclusio: Die Zwangsanbindung psychotherapeutischer Praxen bringt für die Arbeit der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten keinen Gewinn, birgt aber diverse und in der Zukunft nicht kalkulierbare Risiken. Die besondere und bisher ausreichend gewährleistete Sorgfalt im Datenschutz unserer Patientinnen und Patienten, wird durch die Anbindung unserer Praxen an die Telematikstruktur verletzt. Wir plädieren daher an Sie als Bundesbeauftragte für den Datenschutz, dafür zu sorgen, dass psychotherapeutische Praxen von der Anbindungspflicht an die Telematikstruktur ausgenommen werden.‘

  • Welche Konsequenz ziehen Sie als Gesundheitspolitiker daraus?
  • Welche Daten sollen wo genau gespeichert werden?
  • Was können Sie mir über die Sicherheit der entsprechenden Datenwege und Verarbeiter sagen?
  • Wer hat die beteiligten Firmen – wie geprüft?“

Sein Kollege Tino Sorge von der CDU/CSU verteidigt aus eigener Sicht das Vorhaben und erklärt den schleppend verlaufenden Anschluss der Praxen an die Telematik-Infrastruktur mit eher technischen Gründen.

So könne „derzeit nur ein einziger Anbieter die notwendigen Geräte (Konnektoren) liefern. Auch seien „Finanzierungsfragen ungeklärt“.
Immerhin aber werde der Gesetzgeber die entsprechende Frist nun verlängern, sodass den Ärzten keine ungerechtfertigten Sanktionen drohen. Das wird auch der Industrie mehr Zeit geben, um die nötigen Konnektoren auszuliefern.

Für Tino Sorge besteht hinsichtlich der Datensicherheit kein Anlass zur Sorge: „Die Telematikinfrastruktur (TI) als künftige ‚Datenautobahn‘ des Gesundheitswesens unterliegt strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Ein Beispiel: Die Ausgabe von Konnektoren unterliegt Vorgaben, die militärischen Sicherheitsstandards entsprechen.“

Wie Gematik betone, werde, so Sorge weiter „um allen Datenschutzanforderungen gerecht zu werden und insbesondere die medizinischen Daten von Patienten zu schützen, in der Telematikinfrastruktur auf starke Informationssicherheitsmechanismen gesetzt. Die sichere, verschlüsselte Kommunikation zwischen Kommunikationspartnern sowie der Schutz vor dem Zugriff auf sensible Informationen sind das Fundament der TI. Damit die sichere Kommunikation und der Schutz von sensiblen Informationen in der TI langfristig gewährleistet sind, werden die verwendeten kryptographischen Verfahren durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) regelmäßig überprüft und an die neuesten Entwicklungen angepasst.“

Auf Anfrage bestätigte das Bundesgesundheitsministerium, die Anschlussverpflichtung für die Ärzte vom 1.1. 2019 auf Mitte 2019 verschoben zu haben.
Allerdings, so heißt es gegenüber Telepolis, „Die Ärzte müssten noch vor dem 31. März 2019 ihren Anschluss bestellen und den Vertrag unterzeichnen. Grund: Die Industrie kommt mit der Lieferung der Konnektoren nicht nach, deshalb kann die Frist Ende 2018 nicht gehalten werden.“

Dass die Mehrheit der Ärzte sich weigert, wird in der Antwort nicht erwähnt. (Annette Hauschild und Helmut Lorscheid)

Kommentare lesen

*) Auf diesen Herrn wartet, wie auf viele andere Mitglieder von CDU und SPD, nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag ein schönes von den Versicherten mitbezahltes Pöstchen in einem  Vorstand der Krankenkasse oder in einer der vielen neu zu gründenden Verwaltungs- und Regelungskommissionen. Diesen Ast wird er wohl kaum absägen wollen. Übrigens, wenn man die vielen unterschiedlichen gesetzlichen Krankenkassen mit ihrem Pseudo-Wettbewerb nicht hätte, um sie zur Versorgung alter Funktionäre zu nützen, könnte man sie gleich abschaffen, denn die Gelder laufen sowieso alle durch ein und denselben Gesundheitsfond und werden dann an die Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer zur Weiterverteilung an die Ärzte ausgezahlt. Jeder vergleiche mal, wer in den Bundes- Landes- oder Regionalvorständen seiner gesetzlichen Krankenkasse sitzt und welche Parteibücher sich da als karrierefördernd erwiesen haben. Ulla Schmidt ist übrigens mittlerweile Vorsitzende der Lebenshilfe e.V. und nimmt insoweit am Gemeinnutz teil. Frage man sie doch mal, welches Fabrikat sie als Dienstwagen fährt. Klar, dass diese Bagage alle Verwaltungsvereinfachungen ausbremst.

Jochen

Endlich Schluss mit Plastikmüll? Wachsmotte frisst Einkaufstüten auf

Larve_WachsmotteHochinteressant auf SPIEGEL Online:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/forscherin-entdeckt-zufaellig-plastik-fressende-raupe-a-1144619.html

Dort auch Fotos ! Auszüge:

Forscherin entdeckt zufällig Plastik fressende Raupe

Wachsmotte

Große Wachsmotte

Ist das die Lösung für das globale Müllproblem? Eine Forscherin in Spanien hat eine Raupenart entdeckt, die Plastik frisst.

Ein Zufall ist es, der nun Federica Bertocchini zu einer interessanten Entdeckung verholfen hat. „Ich beschäftige mich beruflich mit Hühnerembryos, bin aber Hobby-Bienenzüchterin“, sagte die Biologin.

Bei der Säuberung eines Bienenstocks habe sie zu Hause im nordspanischen Santander, wo sie an der Universidad de Cantabria arbeitet, plötzlich „dieses Würmchen“ entdeckt. „Es ernährt sich von Pollenresten und ist für uns Imker wie die Pest.“ Die Italienerin warf die Larven genervt in eine Plastiktüte. Und siehe da: „Nach einer Weile war der Beutel voller Löcher und die Larven waren draußen.“

Nun war die Neugier von Bertocchini geweckt.

Die Wissenschaftlerin und ihre Kollegen begannen, die Würmer zu beobachten. Und tatsächlich: Das Verhalten der Larven war kein Einzelfall. Die Raupen der Großen Wachsmotte (Galleria mellonella) können eine handelsübliche Plastiktüte relativ zügig zersetzen. Sie fressen den wohl am häufigsten verwendeten und biologisch kaum abbaubaren Kunststoff Polyethylen (PE). Wegen der hohen Zersetzungsgeschwindigkeit habe der Fund „Potenzial für bedeutende biotechnologische Anwendungen“, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“.

In Tests fanden sie heraus, dass rund 100 Wachsmotten-Larven in zwölf Stunden etwa 92 Milligramm einer normalen Einkaufstüte fressen können. Bereits nach 40 Minuten waren Löcher zu sehen. „Das ist ein sehr schneller Abbau, schneller als alles, was zu diesem Thema bisher wissenschaftlich veröffentlicht wurde“, sagte Bertocchini.

„Wir vermuten, dass für diese schnelle Zersetzung ein Molekül oder Enzym verantwortlich ist, das wir zu isolieren versuchen werden.“ Dieses Enzym könne man dann in großem Umfang produzieren und es nutzen, um Plastikmüll abzubauen, hofft die Wissenschaftlerin.

Auch andere Organismen wie Pilze oder Bakterien sind bekannt dafür, dass sie Kunststoffe abbauen können. Erst voriges Jahr wurde am japanischen Kyoto Institute of Technology ein Bakterium namens Ideonella sakaiensis 201-F6 entdeckt, das PET-Flaschen verdauen kann.

Doch wie andere zuvor entdeckte Plastikfresser ist Ideonella weit davon entfernt, das globale Problem mit dem Plastikmüll zu lösen. Unter optimalen Bedingungen und bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius braucht das Bakterium etwa sechs Wochen, um ein kleines Stück Polyethylenterephthalat (PET) zu zersetzen.

 

Da ist die Wachsmotten-Raupe, die auch als Fischköder verwendet wird, beim Abbau von Polyethylen (PE) deutlich schneller. Dieses aus Erdöl hergestellte synthetische Polymer werde vor allem zur Herstellung von weltweit rund einer Billion Tüten pro Jahr benutzt, die insgesamt rund 60 Millionen Tonnen Plastik entsprächen, erklärt Bertocchini.

Plastik ist biologisch eigentlich kaum abbaubar. Die Zersetzung kann mehrere Jahrhunderte dauern. Der Plastikmüll landet häufig in der Umwelt. Im Meer wird der Abfall von Fischen oder von Vögeln gefressen, die oft qualvoll an den Folgen des unverdaulichen Stoffes in ihren Mägen verenden.

joe/dpa

 

Wissenschaftlicher Durchbruch: Entdeckung eines Biomarkers zur Identifizierung der ruhenden Zellen des HIV

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Diese Entdeckung könnte ein ganz neues Werkzeug zur Kontrolle des Therapieerfolgs und zur Entwicklung von neuen Impfstoffen sein:
https://idw-online.de/de/news671184
Auszüge:

HIV-SchemaFranzösische Forscher des CNRS und der Universität Montpellier haben einen Biomarker identifiziert, der die Differenzierung zwischen Schläfer-Zellen mit HIV und gesunden Zellen ermöglicht. Mit dieser Entdeckung können die sogenannten „Reservoir-Zellen“ [1] isoliert und analysiert werden.

Diese Zellen sind verantwortlich für die Viruspersistenz, da durch sie die Viruslast des Patienten unter der Nachweisgrenze verbleibt. Dieses Ergebnis ebnet den Weg für neue therapeutische Ansätze.

Seit 1996 glaubt die wissenschaftliche Gemeinschaft, dass die Heilung von HIV nur durch eine gezielte Behandlung der Reservoir-Zellen möglich ist. Das ruhende HIV kann sich über Jahrzehnte in diesen Zellen verstecken und so der Behandlung entgehen.
Unterbricht ein Patient seine Behandlung, vermehrt sich das Virus und die Krankheit schreitet weiter fort. Deshalb ist es wichtig, diese Reservoir-Zellen identifizieren zu können, um so diese schlafenden Viren zu entfernen.

Zunächst haben die Forscher an einem in vitro-Infektionsmodell gearbeitet. Durch einen Vergleich zwischen infizierten und gesunden Zellen haben sie festgestellt, dass ein einziges Protein – das Protein CD32a – nur an der Oberfläche der infizierten Zellen vorkommt.
Zur Prüfung ihrer Hypothese, dass dieses Protein ein Marker für die Reservoir-Zellen ist, wurde 12 HIV-Patienten, die sich in Behandlung befinden, Blut entnommen, um die Zellen mit diesem Marker zu isolieren und zu analysieren. Ergebnis: Fast alle Zellen waren Träger des Virus.

Die erneute Aktivierung dieser Zellen in vitro hat zu einer Erzeugung von Viren geführt, welche die gesunden Zellen abermals infizieren konnten. Das Entfernen dieser Zellen hingegen hat die Virenproduktion deutlich hinausgezögert.
Diese Entdeckung ermöglicht ein besseres Verständnis der Reservoir-Zellen und könnte langfristig zu Behandlungsstrategien führen, um die ruhenden Viren aus dem Organismus zu entfernen.

[1] Reservoir-Zellen sind infizierte, aber ruhende Immunzellen, die ein Virus-Reservoir bilden und somit eine vollständige Heilung verhindern, da die derzeit verfügbaren Medikamente diese nicht erreichen. Da ruhende Immunzellen Abwehrmechanismen gegen HIV besitzen, gelingt die Infektion zwar nur bei sehr wenigen Zellen, diese reichen aber aus, dass sich die Viren von dort aus immer wieder im Körper ausbreiten können.

Originalpublikation: Descours, B., Petitjean, G., López-Zaragoza, J. L., Bruel, T., Raffel, R., Psomas, C., … & Lelievre, J. D. (2017). CD32a is a marker of a CD4 T-cell HIV reservoir harbouring replication-competent proviruses. Nature.

Quelle: “Découverte d’un marqueur du réservoir du VIH : une nouvelle piste pour éliminer le virus”, Pressemitteilung des Inserm, 15.03.2017 – http://presse.inserm.fr/decouverte-d-un-marqueur-du-reservoir-du-vih-une-nouvell…

Redakteurin: Laura Voisin, laura.voisin

Jochen

Erblicher Mikro-RNA-Mangel im Gehirn kann zu Schizophrenie führen

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Hier geht es um Entdeckungen an Mäusegehirnen:
http://www.spektrum.de/news/mikro-rna-mangel-laesst-schizophrene-stimmen-hoeren/1430944
lachmaus

Der Titel ist wohl etwas reißerisch. Dass Mäuse schizophren werden können, war mir allerdings bisher unbekannt.
Welche akustischen Halluzinationen haben wohl solche Mäuse? Das Miauen nicht vorhandener Katzen ?
Auszüge:

Schizophrene Wahnvorstellungen entstehen durch ein allzu bereitwilliges Anspringen des Hirns auf das Neurosignal Dopamin, dachten Nervenärzte. Aber woher rührt diese Überreaktion?

von Jan Osterkamp

Menschen mit einer schizophrenen Psychose verlieren in akuten Phasen den Bezug zur Realität, entwickeln Wahnvorstellungen und erleben Halluzinationen; sie hören also zum Beispiel Geräusche oder Stimmen. Dabei entstehen die Halluzinationen keineswegs zufällig und regellos aus dem Nichts, wie Mediziner seit einigen Jahren wissen.
Vielmehr liegen Störungen im neuronalen Stoffwechsel ganz bestimmter Hirnregionen zu Grunde: So resultieren akustische Halluzinationen etwa aus einer Übererregung von Dopaminrezeptoren im auditorischen Kortex, jenem Areal des Gehirns, das mit der Verarbeitung und Weiterleitung von akustischen Reizen beschäftigt ist.
Medikamente gegen Schizophrenie setzen hier schon an, haben aber starke Nebenwirkungen – und sie zielen vielleicht auch nicht genau genug auf die eigentlichen Ursachen, meinen Forscher nun nach neuen Untersuchungen.
Denn tatsächlich sind nicht die Dopaminrezeptoren selbst schuld an den Wahnwahrnehmungen, sondern ein bisher übersehener mikro-RNA-Regulator.

Die verdächtige mikroRNA „miR-338-3p“ hatten Stanislav Zakharenko vom St. Jude Hospital im US-amerikanischen Memphis als eine von rund 2000 kurzen regulatorischen RNA-Schnipseln von Hirnzellen ins Visier genommen: Die mikroRNA ist in den auditorischen Hirnarealen von mutierten Mäusen mit einer Schizophrenie auffällig gering konzentriert. Der RNA-Schnipsel bremst die Produktion von D2-Dopamin-Rezeptoren (Drd2) in den Neuronen.
Diese Rezeptoren kommen bei Patienten mit schizophrener Psychose in den neuronalen Bündeln häufiger vor, die aus dem Thalamus in den auditorischen Kortex ausstrahlen.
Werden sie durch Neuroleptika wie Phenothiazine blockiert, so lindert das die Halluzinationen.
Denselben Effekt erzielten die Forscher in einem Mausmodell der Schizophrenie nun – ohne die Nebenwirkungen der Medikamente –, indem sie im auditorischen Kortex der Versuchstieren künstlich mehr miR-338-3p zuführten. Die mikro-RNA kann die Symptome der psychischen Erkrankung also bekämpfen.

Tatsächlich könnte dies auch erklären, warum Menschen mit einer bestimmten, durch einen Gendefekt verursachten Form der Schizophrenie meist erst im Erwachsenenalter deutliche Symptome zeigen. Denn in den Mäusen sank die Menge der miR-338-3p-mikroRNA im Laufe des Lebens allmählich – und erst wenn die Mikro-RNA-Menge einen bestimmten Schwellenwert unterschreitet, werden zu viele D2-Rezeptoren produziert, was zu einer krankhaft erhöhten Erregbarkeit des Hirnareals führt.
Schizophrenie wird wohl durch eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen ausgelöst, die gelegentlich womöglich nicht einmal mit dem Dopaminstoffwechsel im Gehirn zu tun haben. Zumindest solchen Patienten, bei denen durch genetische Defekte die mikro-RNA-Regulation der Neuronen aus dem Takt geraten ist, könnte aber vielleicht in Zukunft besser geholfen werden, hoffen die Forscher.

© Spektrum.de

Jochen

JSN : Ab jetzt auch auf wordpress.com als Blog zu sehen !

JOchens SOzialPOlitische NACHRICHTEN

Ich_kLiebe Leute,
Habe mich ab heute, meinem 60.Geburtstag als Blogger unter josopon.wordpress.com angemeldet.
Wenn es klappt, könnt ihr da alles nachlesen.
Ich hoffe, ich kriege keinen Ärger wegen Urheberrechtsverletzungen, werde Zitate weiterhin als solche kennzeichnen.

Auf Fratzbuch habe ich auch weiterhin keine Lust !

Und der Name des ehemaligen Kanzleramtsministers wird ab jetzt auf der 1. Silbe betont:
PO-Faller, PO-Faller, PO-Faller, weil er der Merkel aus dem Po gefallen ist.

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Jochen