Das „falsche Selbst“ und die Wendung gegen das (eigene und fremde) Glück

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Ein schöner, grundsätzlicher text auf den NachDenkSeiten, der zu meinem Beitrag https://josopon.wordpress.com/2015/06/08/die-angst-vor-dem-glucklichsein-fear-of-happiness/
vom 8.Juni passt. Das thema des „falschen Selbst“ liegt sehr häufig schweren Depressionen und Suchterkrankungen zugrunde !

http://www.nachdenkseiten.de/?p=26872
Auszüge:

„Unserem Glück auszuweichen haben wir alles unternommen.“ (Vlado Kristl)

„Früh in der Kindheit“, berichtet Theodor W. Adorno in seinem Buch Minima Moralia, „sah ich die ersten Schneeschaufler in dünnen schäbigen Kleidern. Auf meine Frage wurde mir geantwortet, das seien Männer ohne Arbeit, denen man diese Beschäftigung gäbe, damit sie sich ihr Brot verdienten. Recht geschieht ihnen, dass sie Schnee schaufeln müssen, rief ich wütend aus, um sogleich fassungslos zu weinen.“

Der kleine Theodor reagiert zunächst ganz im Sinne der Erwachsenenwelt, deren Urteile und Vorurteile er sich zu eigen gemacht hat. Die Schneeschaufler trifft seine mitleidlose Wut. Dann aber kriegt er die Kurve und er beginnt zu weinen – aus Scham wegen seiner Anpassung und aus Mitleid mit den frierenden Menschen. Der kleine Junge schlägt sich auf die Seite der gequälten Männer, in deren Leiden er sich wiedererkennt.

Reif und erwachsen werden bedeutet für die meisten Kinder und Jugendlichen, sich die beschädigte Existenz des durchschnittlichen Erwachsenen zu eigen zu machen. Unter dem Druck elterlicher Strafandrohungen und Strafen identifiziert sich das Kind mit den Normen und Werten der Erwachsenen. Ein Kind kann ohne das Wohlwollen und die Zuwendung der Erwachsenen nicht existieren, zu groß ist seine Angst vor Liebesverlust und Verlassenheit.
Arno Gruen beschreibt diesen Vorgang in seinem neuen Buch Wider den Gehorsam so: „Wenn ein Kind von demjenigen, der es schützen sollte, körperlich und/oder seelisch überwältigt wird und das Kind zu niemandem fliehen kann, wird es von Angst überwältigt. Eine Todesangst sucht das Kind heim. Es kann nicht damit leben, dass die Eltern sich von ihm zurückziehen. Ohne Echo für seine ihm eigene Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit kann ein Kind nicht überleben. Es übernimmt, um seine Verbindung aufrechtzuerhalten, die Erwartungen der Eltern. Auf diese Weise wird das seelische Sein eines Kindes in seiner autonomen Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit geradezu ausgelöscht.“
Das Kind unterwirft sich den elterlichen Erwartungen und wird – brav. Es lässt die Erwachsenen in sich wachsen, statt seines eigenen Selbst. Es kann nun ein Leben lang nicht aufhören, die Gefühle seiner Eltern anstelle seiner eigenen zu haben.
Sein Körper wird ihm zum Fremd-Körper, die eigenen Impulse werden ihm fremd, bis es sie schließlich als bedrohlich erlebt und abwehrt. Es entwickelt notgedrungen das, was der englische Psychoanalytiker D. W. Winnicott und nach ihm Alice Miller als „falsches Selbst“ bezeichnet haben. Zu viele Bestandteile des Ich erweisen sich als Nicht-Ich, als fremd-entfremdende Introjekte, so dass der auf diese Weise herangewachsene Mensch zu keinem gelassenen Umgang mit dem Anderen finden kann und sich die Einfühlung in fremdes Elend versagt. Er verschließt sein Herz gegen Mitleid und andere weiche Regungen und macht sich zum Anwalt seiner Zerstörung.
Der Konformismus, der sich auf der Basis einer „Identifikation mit dem Aggressor“ entwickelt, ist mit Feindseligkeit und Bösartigkeit kontaminiert. Wo Ich-Einschränkung und Wunschvernichtung in früher Kindheit, in Schule und Beruf Verletzungen zufügten und Narben hinterließen, entwickelt sich panikartige Angst vor dem Anspruch auf Glück, auf Formen von Unabhängigkeit, den man in sich selbst unter Schmerzen begraben musste. Alles, was in der Außenwelt und bei anderen an aufgegebene eigene Glücksansprüche und Hoffnungen erinnert, wird abgelehnt, im Extremfall gehasst und verfolgt.
No Pity for he Poor 
nennt der erwachsen gewordene Theodor W. Adorno die dem „autoritären Charakter“ eigene Verhärtung gegen die Leiden der Armen und Erfolglosen, der auch er in der oben geschilderten Kindheitsepisode einen Augenblick lang Raum gegeben hatte. Für einen Moment ist es in der Schwebe, auf welche Seite sich ein Mensch in seiner Entwicklung schlägt. Der privilegiert aufwachsende Adorno entscheidet sich für die eigenen Glücksansprüche und das Lebendige, die meisten anderen wählen unter äußerem Druck den Weg der Anpassung und der Assimilation ans Tote.

“Der Weg des Faschismus ist der Weg des Maschinellen, Toten, Erstarrten, Hoffnungslosen. Der Weg des Lebendigen ist grundsätzlich anders, schwieriger, gefährlicher, ehrlicher und hoffnungsvoller”, schrieb Wilhelm Reich in seiner Massenpsychologie des Faschismus. Schon Mitte des 16. Jahrhunderts hatte der eng mit Montaigne befreundete französische Jurist und Autor Etienne de la Boétie sich über die Tyrannenverehrung seiner Mitmenschen gewundert und sie „Freiwillige Knechtschaft“ genannt: „Diesmal möchte ich nur erklären, wie es geschehen kann, dass so viele Menschen, so viele Dörfer, Städte und Völker manchesmal einen einzigen Tyrannen erdulden, der nicht mehr Macht hat, als sie ihm verleihen, der ihnen nur insoweit zu schaden vermag, als sie es zu dulden bereit sind, der ihnen nichts Übles zufügen könnte, wenn sie es nicht lieber erlitten, als sich ihm zu widersetzen.“
Auch der junge Max Horkheimer macht in den 20er und frühen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts die traurige Erfahrung, dass die Masse der Menschen sich mit ihren Unterdrückern identifiziert, statt sich mit denen zu solidarisieren, die sich gegen sie auflehnen. In seinem Buch Dämmerung schreibt er: „Auch dass die beherrschten Klassen, von den fortgeschrittensten Gruppen abgesehen, der Verlogenheit ihrer Vorbilder folgen, ist zwar schwer verständlich, aber doch hinreichend allgemein bekannt. Besteht doch die Abhängigkeit dieser Klassen nicht allein darin, dass man ihnen zu wenig zu essen gibt, sondern dass man sie in einem erbärmlichen geistigen und seelischen Zustand hält. Sie sind die Affen ihrer Gefängniswärter, beten die Symbole ihres Gefängnisses an und sind bereit, nicht etwa diese ihre Wärter zu überfallen, sondern den in Stücke zu reißen, der sie von ihnen befreien will.“
Genau das können wir im Moment in Europa erneut beobachten: Statt sich im Schicksal der Griechen wiederzuerkennen und zu rufen: „Wir sind alle Griechen!“, identifiziert sich die Masse der Menschen in Nordeuropa mit denen, die den Griechen das Fell über die Ohren ziehen und sie ihrem Diktat unterwerfen wollen.

Lawrence Le Shan, der Pionier der psychologischen Krebsforschung, hat eine Methode entwickelt, um seine Patienten mit den abgewiesenen Teilen ihres Selbst in Berührung zu bringen. In ihrer ständigen Selbstzurückweisung und Selbstbestrafung erblickt er einen wesentlichen karzinogenen Faktor. Ständig hallen die Entwertungen und Verurteilungen der Eltern in den seelischen Innenräumen der Patienten nach, die sie häufig nicht nur akzeptiert, sondern sogar gutgeheißen haben.
Gehorsam und loyal halten sie ihren Peinigern die Treue und geben sich selbst die Schuld.

Le Shan schildert in seinem Buch Psychotherapie gegen den Krebs (Stuttgart 1982) eine Sequenz aus der Therapie mit Arlene.
„Ich bat sie, sich an einer Vorfall in ihrer Kindheit zu erinnern, bei dem sie ihrer Meinung nach höchst ungerecht behandelt worden und sehr gekränkt gewesen war. Sie erinnerte sich an ein solches Geschehen und konnte es sich in allen Einzelheiten ins Gedächtnis zurückrufen. Am Ende hatte sie allein in ihrem immer gelegen und geweint. Arlene konnte diese Szene ganz deutlich vor sich sehen und wusste sogar noch, welches Kleid sie an jenem Tag angehabt hatte. Nun bat ich sie, sich vorzustellen, dass wir hier im Sprechzimmer eine Zeitmaschine hätten. Sie sollte sich hineinbegeben und – die erwachsene Frau, die sie heute war – in jenes Zimmer und in jenen Augenblick ihrer Kindheit zurückreisen.
Le Shan: Jetzt betreten Sie – so wie Sie heute sind – das Zimmer, in dem die kleine Arlene weinend auf ihrem Bett liegt. Sie gehen hinein, und das Kind sieht zu Ihnen auf. Was tun Sie?
Arlene: „Ich würde ihr eins draufgeben!!“

Das Erschrecken Arlenes über diese spontane Reaktion bildete den ersten Schritt in Richtung einer neuen Einstellung zu den zurückgewiesenen Teilen ihres Selbst.
Sozialpsychologisch gewendet bedeutet die Le Shan‘sche Methode der Zeitmaschine: Der Weg zur Solidarität mit anderen führt über die Wiederentdeckung der Leiden des Kindes, das wir einmal waren und das wir auf dem Weg zum Erwachsenwerden zum Verschwinden und Verstummen bringen mussten. Die Dressur zum Gehorsam in der frühen Kindheit und die ein Leben lang wirksame Identifikation mit dem Aggressor verhindern die Entwicklung der Fähigkeit zu Erbarmen und Mitgefühl – mit uns und anderen.

Der Neoliberalismus fördert die zwischenmenschliche Verfeindung

„Zwei Jungen begegnen irgendwo in den amerikanischen Wäldern einem aggressiven Grizzlybären. Während der eine in Panik gerät, setzt sich der andere seelenruhig hin und zieht sich seine Turnschuhe an. Da sagt der in Panik Geratene: ‚Bist du verrückt? Niemals werden wir schneller laufen können als der Grizzlybär.‘ Und sein Freund entgegnet ihm: ‚Du hast Recht. Aber ich muss nur schneller laufen können als du.‘“

(Robert Stern)

Es gibt gesellschaftliche Großwetterlagen, die im Sinne eines öffentlichen Klimas Haltungen wie die eben beschriebene treibhausmäßig fördern. Es macht einen nicht zu unterschätzenden Unterschied, ob man in einer Gesellschaft aufwächst und lebt, in der Schwachen und weniger Leistungsfähigen solidarisch beigesprungen und unter die Arme gegriffen wird, oder in einer, in der sie der Verelendung preisgegeben und als sogenannte Loser zu Objekten von Hohn und Spott werden.
Unter günstigen lebensgeschichtlichen Bedingungen erworbene Fähigkeiten wie die, sich in andere einfühlen zu können und sich von ihrem Leid berühren zu lassen, bedürfen dauerhafter äußerer Stützung, sonst bilden sie sich zurück und zerfallen schließlich. Die Eigenschaften und Haltungen, die einen in der Konkurrenz weiterbringen: kalte Schonungs- und Skrupellosigkeit, Anpassungsbereitschaft, Wendigkeit, eine gewisse Gewieftheit etc. überwuchern diejenigen, die dem im Wege stehen und die man bislang als die eigentlich menschlichen angesehen hat. Der Andere, der Mitmensch, wird unter solchen Bedingungen zum feindlichen Konkurrenten, zum Überzähligen, schließlich zum Gegen- oder Nicht-Menschen, dem jede Einfühlung verweigert und Unterstützung aufgekündigt wird. Man gewöhnt sich daran, dass das Glück der einen mit dem Leid der anderen zusammen existiert: Glück ist, wenn der Pfeil den Nebenmann trifft.
Jede Gesellschaft produziert ihr gemäße Charaktere, lebt von ihnen und reproduziert sich durch sie. Erich Fromm hat für die gemeinsame Charakter-Matrix einer Gruppe den Begriff „Gesellschafts-Charakter“ geprägt. Dabei geht er davon aus, dass der grundlegende Faktor bei der Bildung des „Gesellschafts-Charakters“ die Lebenspraxis ist, wie sie durch die Produktionsweise und die sich daraus ergebende gesellschaftliche Schichtung zustande kommt. „Der Gesellschafts-Charakter ist jene besondere Struktur der psychischen Energie, die durch die jeweilige Gesellschaft so geformt wird, dass sie deren reibungslosem Funktionieren dient.“

Der seit den 1980er Jahren hegemonial gewordene Neoliberalismus hat den Sozialstaat geplündert und planiert. Er hat einen sozialen und moralischen Darwinismus etabliert, der den Kampf eines jeden gegen jeden ins Recht setzt, den Werten eines absolut asozialen Individualismus zum Durchbruch verholfen hat und das Gros der Bevölkerung dazu verurteilt, in einem Universum permanenter Verteidigung und Aggression zu leben. Wer Mitgefühl zeigt, droht aus dem Markt geworfen zu werden und einen sozialen Tod zu sterben. Insofern dürfen wir uns nicht wundern, dass die vom Sozialstaat propagierte Kultur des menschlichen Entgegenkommens und der Solidarität von einer Kultur der wechselseitigen Verfeindung und des Hasses abgelöst wird.
Empathie und Mitgefühl befinden sich in den Gesellschaften des losgelassenen Marktes im freien Fall, weil sie von außen keine Stützung mehr erfahren, sondern mehr und mehr als Störfaktoren und Hindernisse im individuellen Fortkommen betrachtet werden.

Eine solidarische, egalitäre Gesellschaft – mit Freundlichkeit als vorherrschendem Kommunikationsstil – würde den Menschen nicht mehr so viel Bosheit einpressen, sondern Raum und Zeit für eigene Entwicklungen einräumen. Ihr Hauptaugenmerk gälte der Schaffung neuer verlässlicher Räume, in denen es Kindern möglich wäre, unter Bedingungen raum-zeitlicher Konstanz und leiblicher Anwesenheit ihrer Bezugspersonen ihre psychische Geburt zu vollenden und sich zu Menschen in einer menschlichen Gesellschaft zu entwickeln.
Eine Gesellschaft, die ihre soziale Integration und den zwischenmenschlichen Verkehr auf Formen solidarischer Kooperation gründet, statt auf der letztlich a-sozialen Vergesellschaftung durch Markt und Geld, wird auch andere psychische Strukturen und andere Formen der Vermittlung von Psychischem und Gesellschaftlichem hervorbringen, für die uns Heutigen die richtigen Begriffe fehlen. Allenfalls wird man sagen können, dass der individuelle Selbstwert einen ausgeprägten Bezug zur Gemeinschaft aufweisen würde, in der der Einzelne in echter Solidarität aufgehoben wäre.
Unter solch utopischen Bedingungen aufgewachsenen Menschen würde weniger Bosheit eingepresst, so dass sie nicht mehr genötigt wären, diese im sozialen Vorurteil gegen Minderheiten zu richten. Sie könnten sich diesen einfühlsam und solidarisch zuwenden.

Der_Große_Irrtum18840Anmerkung: Genau dieses Thema ist 1970 fabelhaft verfilmt worden: „Mit dem Großen Irrtum, auch bekannt als Der Konformist, betrat Bertolucci die Bühne der internationalen Großproduktionen. Der Film wurde in Frankreich und Italien in geschichtlichen Kulissen aufwändig gedreht, mit dem Star Jean-Louis Trintignant in der Hauptrolle. Wieder lotete er Italiens faschistische Vergangenheit aus und konstruierte einen psychosexuellen Erklärungsansatz für das Handeln der Hauptfigur.“ (aus Wikipedia)

Gruß an Harald W.: Deinen schönen Artikel im „Disput“ werde ich gerne an betroffene Patienten verteilen.

Jochen

Die Angst vor dem Glücklichsein – Fear of Happiness

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Hier wird eine Erlebensweise beschrieben, wie ich sie auch oft bei meinen Patienten beobachten konnte.
Ich bezeichne das als „Angst vor dem Gelingen“.
Oft ist es eine ganz früh im Leben gefühlter Neid anderer Familienmitglieder, der dazu führt, dass Kinder lernen, sich nur heimlich zu freuen und gute Dinge selbst zu zerstören, bevor neidische Mitmenschen ihnen diese kaputt machen.
Im Schwabenlande bringen etliche Mütter ihren Kindern bei, dass man zum Lachen am besten in den Keller geht.
Siehe hier: http://www.spektrum.de/news/die-angst-vor-dem-gluecklichsein/1348921
Literatur s.u. unter dem Autorennamen

Manche Menschen fürchten sich regelrecht davor, glücklich zu sein. Wie kommt es zu dieser sonderbaren Reaktion?

Und ist sie sinnvoll – oder ein Zeichen für Depression?

Hanna Drimalla

Unter Freudentränen überreicht ihm seine Großmutter die Trophäe für den „Sportler des Jahres 2014“. Es könnte ein Moment puren Glücks sein für den Diskuswerfer Robert Harting.
Doch was er sagt, klingt anders: „Ich fühle mich wie in der Grundschule. Da habe ich mit acht oder neun Jahren einen Wettbewerb gewonnen, und am nächsten Tag mochten mich die Klassenkameraden nicht mehr.“
Die Reaktion des Spitzensportlers verrät: Glück kann knifflig sein. Denn es führt oft Befürchtungen und Zweifel im Gepäck: Habe ich es verdient? Wird es mich bald verlassen? Oder neiden es mir andere?

Für einige Menschen machen solche Bedenken das Leben zu einer Achterbahnfahrt. Kaum empfinden sie einmal Freude, haben sie Sorge, der Moment könne allzu rasch vergehen und sie könnten ins nächste Tief schlittern. Statt Glücksmomente zu genießen, fürchten sie sie regelrecht.
„Fear of Happiness“
, Angst vor dem Glücklichsein, nennen Psychologen das Phänomen.

Paul Gilbert vom Kingsway Hospital in Derby (Großbritannien) ist ein Pionier auf diesem Forschungsgebiet. Bei der Arbeit mit depressiven Patienten war dem Psychologen aufgefallen, dass die Betroffenen oft große Probleme haben, sich selbst Freude oder Genuss zuzugestehen.
„Wenn man ihnen helfen will, sich besser zu fühlen, reagieren sie beunruhigt“, erklärt Gilbert. „Sie sagen: Heute mag es mir gut gehen, aber morgen passiert bestimmt etwas Schlimmes.“

Auch Jürgen Margraf, Professor für klinische Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum, bestätigt: „Es gibt solche Sorgen. Sie können für die Betroffenen belastend sein und einer guten Lebensführung im Weg stehen.“
Die Angst vor dem Glück habe, was den Leidensdruck angehe, aber in der Regel nicht den gleichen Stellenwert wie Phobien oder andere Angststörungen.

Warum versuchen manche Menschen gezielt, Glücksgefühle zu unterdrücken? In einer Studie von 2003 befragte die Psychologin Joanne Wood von der University of Waterloo (Kanada) Probanden über deren länger zurückliegende oder kürzlich erlebte Erfolgsmomente. Wie sich zeigte, gingen manche etwa mit ihrem guten Abschneiden in einer Klausur auf eigenwillige Art um: Statt den Erfolg auszukosten, versuchten sie ihre Freude zu dämpfen, sich zu beruhigen oder abzulenken.
Vor allem Studierende mit niedrigem Selbstwert zeigten dieses Verhaltensmuster.

Strategien gegen gute Gefühle

Solche Ergebnisse weckten die Neugier anderer Forscher. Um die Reaktionen auf positive Gefühle besser messen zu können, entwickelte der Psychologe Gregory Feldman vom Simmons College in Boston (USA) zusammen mit Kollegen einen Fragebogen. Er bildet drei verschiedene Strategien im Umgang mit guten Gefühlen ab: Nachdenken über den eigenen Gefühlszustand, Nachdenken über sich selbst sowie Dämpfen der Glücksgefühle.
Wer den Fragebogen ausfüllt, gibt zum Beispiel an, wie oft er sich in Momenten der Freude daran erinnert, dass sie bestimmt nicht anhalten werden, oder ob er in einer solchen Situation denkt, dass andere ihn für einen Angeber halten könnten.

Glück führt oft Befürchtungen und Zweifel im Gepäck: Habe ich es verdient? Wird es mich bald verlassen? Oder neiden es mir andere?

Ein Team um den Psychologen Filip Raes von der Universität im belgischen Löwen legte den Test 143 Oberstufenschülern und 344 Studierenden vor. Drei beziehungsweise fünf Monate später ließ er die Teilnehmer dann zwei Depressionsfragebögen ausfüllen.
Ergebnis: Je mehr die Probanden bei der ersten Befragung angegeben hatten, dass sie ihre positiven Gefühle dämpften, desto eher zeigten sie später depressive Symptome. Der Zusammenhang blieb auch bestehen, als man die Stärke der Beschwerden bei Beginn der Studie statistisch herausrechnete.

Vier Ideen und ein Unglücksfall

Mohsen Joshanloo von der Chungbuk National University in Südkorea beschreibt in einem Übersichtsartikel vier Annahmen, die der Scheu vor dem Glück insgeheim zu Grunde liegen können:

  1. Glücklich zu sein, macht es wahrscheinlicher, dass es wieder bergab geht. 
  2. Glücklich zu sein, ist unmoralisch.
  3. Glück auszudrücken, verstärkt die Distanz zu den Mitmenschen.
  4. Und viertens: Das Streben nach Glück tut einem nicht gut.

Diese Ideen basieren allerdings vor allem auf Texten aus Philosophie und Kulturwissenschaft sowie auf Redensarten – empirisch sind die Ursachen der Scheu vor guten Gefühlen bislang wenig erforscht.

Paul Gilbert glaubt, dass derartige Bedenken meist schon früh entstehen – etwa wenn Kinder die Erfahrung machen, dass sie sich auf etwas freuen, was dann nicht eintritt.
So berichtet der Psychologe von einer Patientin, deren Mutter unter Agoraphobie litt, also der Angst vor offenen Plätzen. „Du kannst dich nie auf irgendetwas freuen“, erklärte die Tochter, „etwa darauf, zum Strand zu gehen. Denn du weißt nie, ob deine Mutter nicht gleich wieder in Panik gerät.“

Manche Betroffene wurden als Kinder häufig getadelt oder bestraft, wenn sie Freude zeigten. Andere fühlten sich aus moralischen Gründen schuldig, wenn sie Glück empfanden.
Gilbert verweist etwa auf eine Patientin, deren Mutter im Rollstuhl saß und von ihrem Mann verlassen worden war. „Wenn die Tochter mit Freunden ausgehen wollte, machte die Mutter ihr Schuldgefühle: ‚Wie kannst du mich allein lassen, wo es mir so schlecht geht!‘
Die Tochter konnte nie Spaß haben, ohne zu denken: Hoffentlich geht es Mama gut, hoffentlich ist sie nicht beleidigt.“

Solche Berichte veranlassten Gilbert, ein Instrument zu entwickeln, das die Angst vor dem Glück genauer misst. In vielen Therapiesitzungen notierte der Therapeut die Ängste und Bedenken seiner Patienten und formulierte daraus Items wie „Ich habe Sorge, dass etwas Schlimmes passieren könnte, wenn ich mich gut fühle“ oder „Ich habe das Gefühl, dass ich es nicht verdiene, glücklich zu sein“. Heraus kam dabei die „Fear of Happiness Scale“.

Dann bat Gilbert mehrere Kollegen zu beurteilen, wie plausibel die Aussagen aus ihrer Sicht die Angst vor dem Glücklichsein beschreiben.
Die so entstandene Zehn-Item-Skala testete er an 185 überwiegend weiblichen Studierenden. Dabei erwiesen sich alle bis auf ein Item (das Gilbert später entfernte) als konsistent: Die Probanden beantworteten die Fragen sämtlich mit ähnlicher Tendenz.
Bei den meisten war die Angst allerdings nicht sehr stark – das Mittel lag bei Werten um 12 von 36 Punkten.

Doch Gilbert lieferte einen wichtigen Ansatzpunkt, um die Angst vorm Glück weiter zu erforschen: Sie scheint eng mit Depression zusammenzuhängen. Wer besonders große Furcht äußerte, erreichte auch hohe Werte in einem Depressionsfragebogen.
„Wenn eine Person nicht in der Lage ist, Glück zu empfinden, ist das ziemlich deprimierend“, so Gilbert. „Menschen, die unter Angst vor dem Glück leiden, neigen dazu, sich auf Gefahren zu konzentrieren. Statt über das Gute nachzudenken, das ihnen geschehen könnte, versuchen sie nur, das Schlechte zu vermeiden. Sie schauen auf das, was ihnen zustoßen, sie verletzen oder bedrohen könnte. Das drückt sie nieder.“

Ein Beispiel dafür gibt der „Neue Deutsche Welle“-Sänger Hubert Kah. Der an Depression erkrankte Musiker erklärte in einer Talkshow: „Ich hatte das Gefühl: Bei mir darf es nicht gut werden. Ich darf nicht glücklich sein, bei mir darf die Rechnung nicht aufgehen, ich muss leiden.“

Ursache, Folge oder Begleiteffekt?

An einer Gruppe von depressiven Patienten überprüfte Gilbert 2014 den Zusammenhang von Glücksangst und Schwermut. Die Patienten äußerten deutlich mehr Angst vorm Glück als die zuvor befragten Studierenden – im Schnitt erreichten die Depressiven Werte von knapp 24 Punkten.
Zudem zeigte sich: Je stärker die Angst vor dem Glück, desto mehr Stresssymptome, Ängste und Kennzeichen von Depression traten auf.
Ob „Fear of Happiness“ jedoch Ursache, Folge oder eher die Begleiterscheinung einer Depression ist, lässt sich aus den Daten nicht ableiten.

Möglicherweise ist das allerdings gar nicht entscheidend, meint Gilbert: „Die Angst vor dem Glück ist nur ein Faktor. Aber es ist wichtig, dass man sich in der Therapie damit befasst.“ Er plädiert dafür, sie wie andere Phobien zu behandeln – durch stufenweise Exposition mit dem Angst auslösenden Reiz.
„Ähnlich wie ein Therapeut bei Agoraphobie den Patienten mit hinaus ins Freie nimmt, so sollten Menschen mit Angst vor dem Glück versuchen, nach und nach mehr Glück zu empfinden, etwa indem sie den Geschmack einer Mahlzeit bewusst genießen.“ Ob diese Mischung aus Achtsamkeit und Exposition die Symptome tatsächlich mildert, ist bislang jedoch nicht untersucht.

Jürgen Margraf hält es ebenfalls für sinnvoll, das Problem therapeutisch anzugehen. Er gibt allerdings zu bedenken, dass es stark auf die individuelle Problemlage ankomme. „Gerade nicht so klar ausgeprägte, subklinische Symptome sind oft sehr variabel“, sagt er. „Neben der Konfrontation können auch Maßnahmen sinnvoll sein, die die Motivation oder bisherige Lebensführung der Betroffenen verändern.“

Die Angst vorm Glück zu heilen, sehen jedoch nicht alle Forscher als notwendig an. So warnt Mohsen Joshanloo davor, das Phänomen zu pathologisieren.
„Aus der Sicht von Gilbert und seinen Kollegen ist die Angst vorm Glück ein emotionales Problem, das korrigiert werden muss. Das mag bei depressiven Patienten legitim sein. Manchmal geht das Phänomen aber auf kulturelle Bewertungen zurück, die man als normal ansehen sollte.“

Tatsächlich betrachten Menschen in verschiedenen Kulturen Glück unterschiedlich. Ein Team um die Psychologin Li-Jun Ji von der Queen’s University in Kingston zeigte 140 US-amerikanischen und 181 chinesischen Studierenden verschiedene grafisch veranschaulichte „Glücksverläufe“ über die Lebensspanne. Die Probanden sollten jene Kurve auswählen, die zu ihrem eigenen Leben voraussichtlich am besten passen würde.
Für Varianten, bei denen das Glück kontinuierlich zu- oder abnahm, entschieden sich deutlich mehr Amerikaner als Chinesen. Mit anderen Worten: Chinesen gingen eher als Amerikaner davon aus, dass ihr Glück im Lauf des Lebens schwanken würde.

Alles ist im Wandel – auch Gefühle

Laut den Studienleitern wurzelt diese Idee im Taoismus. Nach dieser aus China stammenden philosophischen Schule ist alles im Wandel. Entsprechend sei das Glücksstreben in taoistisch geprägten Ländern weniger verbreitet als in westlichen Ländern, so Joshanloo.

Um die Angst vor dem Glück zu vergleichen, befragte er 2014 mehr als 2700 Studenten weltweit. Russen, Iraner, Japaner, US-Amerikaner, Niederländer und Vertreter zehn weiterer Nationen beantworteten seinen Fragebogen. Dafür verwendete Joshanloo ein selbst entwickeltes Instrument mit nur fünf Items, die der Skala von Gilbert ähnelten. Doch während diese das Unwohlsein und Misstrauen gegenüber dem Glück ins Zentrum stellt, umfasst Joshanloos Liste allgemeinere Aussagen wie „Auf Glück folgen oft Unglücke“.

Außer in Indien und Kenia fand Joshanloo die Angst vor dem Glück in allen Ländern.

Die Durchschnittswerte reichten von 1,98 in Brasilien über 2,54 in den USA und 3,16 in Japan bis zu 3,8 in Pakistan. Auf einer Skala von 1 („stimme gar nicht zu“) bis 7 („stimme voll zu“) sind dies weder besonders dramatische Werte noch erhebliche Länderunterschiede.
Allerdings herrscht die Glücksangst offenbar stärker in Kulturen vor, die mehr auf Konformität ausgerichtet sind. So fürchten Menschen in Ostasien die Missgunst der anderen stärker: In einer weiteren Befragung äußerten Japaner häufiger als Amerikaner die Sorge, Glück zu zeigen, könne Neid auslösen. Die Religion hat dagegen eher weniger Einfluss.

Neben den kulturellen Unterschieden hat Joshanloo auch untersucht, wie die Angst vor dem Glück mit dem Umgang mit positiven Emotionen zusammenhängt.
Ergebnis: Je stärker sich Probanden vor dem Glück fürchten, desto mehr versuchen sie ihre Freude zu dämpfen. Nur, was kommt zuerst – die Angst oder das Dämpfen?
Diese Frage ist bislang noch unbeantwortet.

Joshanloo fand deutliche Hinweise darauf, dass das Unterdrücken akuter Glückszustände die allgemeine Lebenszufriedenheit mindert. Je mehr jemand Hochgefühle fürchtet, desto geringer ist sein Wohlbefinden insgesamt.
Allerdings fielen die Zusammenhänge schwächer aus als die, die Gilbert gefunden hatte. Das mag auch daran liegen, dass Gilberts Skala in den USA verwendet wurde. „US-Amerikaner finden Glückserlebnisse viel wichtiger als Menschen in nichtwestlichen Kulturen“, erklärt Joshanloo.

Wen die Angst daran hindert, Genuss zu empfinden, der sollte sich Hilfe suchen, rät Gilbert. Zudem empfiehlt er, sich dieser Eigenart bewusst zu sein und es mit der Selbstkontrolle möglichst etwas lockerer zu nehmen.
So hielt es auch der Diskurswerfer Harting: „Ich dachte früher, man darf nicht glücklich sein und sich nicht freuen. Aber bei mir hat es trotzdem geklappt.“

Trauen wir unserem Glück ruhig, statt uns zu fürchten! Sich in seinem Gefühlsüberschwang zu bremsen, kann manchmal allerdings durchaus sinnvoll sein. In schlechten Zeiten hilft womöglich, sich daran zu erinnern, dass nicht nur das Glück kommt und geht, sondern auch das Unglück.

Die dunkle Seite des Glücks

In der US-Verfassung ist das Streben nach Glück fest verankert, und die Werbung fordert: „Kauf dich glücklich!“
Auch Studien legen nahe, dass Glücksgefühle Körper und Seele guttun. Doch sie haben auch eine Kehrseite, erklärte die Psychologin June Gruber von der University of Colorado in Boulder schon 2011 in einem Überblicksartikel.

Im Freudenrausch riskieren wir mehr und achten weniger auf Gefahren. Zudem zeigen Studien, dass sich Menschen in blendender Laune bei Entscheidungen stärker auf ihre Vorurteile stützen, statt wohlüberlegt vorzugehen.

Auch das Gedächtnis kann unter zu vielen positiven Gefühlen leiden: In einer Studie von Justin Storbeck vom Queens College und Gerald Clore von der University of Virigina erinnerten sich die gut gelaunten Teilnehmer weniger genau an zuvor Gelerntes als die schlecht gestimmten.

Die rosarote Brille scheint zudem den Sinn für Fairness zu trüben: Hui Bing Tan und Joseph Forgas von der University of New South Wales in Sydney baten Probanden, Lotterielose mit anderen zu teilen. Glückliche Probanden gaben weniger ab, und es fiel ihnen noch dazu schwerer.

Quellen

Gilbert, P. et al.: Fears of Happiness and Compassion in Relationship with Depression, Alexithymia, and Attachment Security in a Depressed Sample. In: British Journal of Clinical Psychology 10.1111/bjc.12037, 2013

Gruber, J., Mauss, I B., Tamir, M.: A Dark Side of Happiness? How, When, and Why Happiness Is Not Always Good. In: Perspectives on Psychological Science 6, S. 222, 2011

Ji, L-J., Richard E. Nisbett, R. E., Su, Y.: Culture, Change, and Prediction. In: Psychological Science 12, S. 450, 2001

Joshanloo, M. et al.: Fragility of Happiness Beliefs across 15 National Groups. In: Journal of Happiness Studies 10.1007/s10902–014–9553–0, 2014

Raes, F. et al.: Dampening of positive affect prospectively predicts depressive symptoms in non-clinical samples. In: Cognition and Emotion 26, S. 75–82, 2012

Storbeck, J., Clore, G. L.: With Sadness Comes Accuracy; With Happiness, False Memory Mood and the False Memory Effect. In: Psychological Science 16, S. 785–791, 2005

Tan, H. B., Forgas, J. P.: When happiness makes us selfish, but sadness makes us fair: Affective influences on interpersonal strategies in the dictator game. In: Journal of Experimental Social Psychology 46, S. 571–576, 2010

Wood, J. V. et al.: Savoring versus Dampening: Self-­Esteem Differences in Regulating Positive Affect. In: Journal of Personality and Social Psychology 85, S. 566 – 580, 2003

Jochen

Eine Kryon-University – die Schule ist nicht genug

Nie was von gehört- aber Zeit, dass diesem Spuk ein Ende gemacht wird.

Aus PSIrAM http://www.psiram.com/ge/index.php/Kryon :

„Kryon ist der Name eines vom amerikanischen Esoteriker Lee Carroll erfundenen Wesens, das in der Lage sein soll, zu bestimmten Personen einen Kontakt herzustellen, der auf herkömmlichen, naturwissenschaftlich oder technisch nachvollziehbaren Wegen nicht möglich sei. Solche Kontakte mit der Durchgabe von Botschaften werden Channeling genannt. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Personen, die angibt, Channelings von Kryon zu erhalten und diese auf dem Esoterik– und Psychomarkt verkauft.“

http://www.psiram.com/ge/index.php/Sabine_Sangitar_Wenig

Die Esoterikerin Sabine (Sangitar) Wenig ist nach eigenen Angaben „Medium der Neuen Zeit“, Reiki-Meisterin und -Lehrerin nach Dr. Usui sowie Systemische Therapeutin (HPG), ausgebildet in humanistischer Psychotherapie, systemischer Familientherapie sowie zur Bioenergietherapeutin. Sie will eine „sehr erfolgreiche Existenz“ als Therapeutin aufgegeben haben, um ihr weiteres Leben der Arbeit als Medium zu widmen. Zusammen mit ihrem Ehemann Heiko (El’Shara) Wenig ist sie Gesellschafterin und Inhaberin der Firma Sangitar Verlag GmbH in Rosenheim.[1]

Hauptgeschäftszweig ist die „Kryonschule„. Die Beinamen „Sangitar“ und „El’Shara“ will Frau Wenig gechannelt haben. Derartige „geistige“ Namen sind in vielen esoterischen Organisationen üblich. Sabine Wenig channelt jedem Kryonschüler einen solchen „Ursprungsnamen“ kostenlos. Für Nichtschüler kostet der Service 40 €.[2] Heiko Wenig wirbt für seine speziellen Dienstleistungen mit einer eigenen Webpräsenz.

 

Nachtrag aus https://www.psiram.com/de/index.php/Sabine_Sangitar_Wenig

Im Jahre 2014 wurde der Versuch, den Begriff einer Kryon-Universität zu etablieren, nach einer entsprechenden Anzeige unterbunden. Ansatz und Ausgangslage war die Tatsache, dass der Begriff gesetzlich geschützt ist. „… (2) Mit Geldbuße bis zu einhunderttausend Euro kann belegt werden, wer: 1. unbefugt die Bezeichnung Universität, Universitätsklinikum, Hochschule, Fachhochschule, Kunsthochschule, Gesamthochschule oder eine Bezeichnung führt, die damit verwechselt werden kann“[16]

Zitate:

November 12, 2014 um 7:33 Die „Kryon-University“ verschwindet nun langsam von der Bildfläche. Bei MOMANDA hat sie sich in ein „Zentrum für Ganzheitliches Leben“ verwandelt. Wie originell. Die Facebook-Seite wurde ganz entfernt. Bei Groops ist sie ein „Zentrum für Gesundheit und ganzheitliches Leben Nürnberg“ geworden.[18]
Auch ziemlich abgedroschen. Die Leute haben einfach keine Fantasie. Aber mit der Fantasy-University scheint nun Feierabend zu sein. Es kann gut sein, dass denen inzwischen eine Unterlassungsverfügung des Ministeriums ins Zentrum geflattert kam. Nach Freiwilligkeit sieht dieser Rückzug jedenfalls nicht aus. Ich werde das mal weiter geben. Wenn nämlich nach einer angemessenen Zeit die „Kryon-University“ noch irgendwo erscheinen wollt, wird das abmahnfähig sein.[19]

 

Ratgeber-News-Blog

Gastbeitrag von Jan Hardo

Es müsste eigentlich in der Esoterikszene hinlänglich bekannt sein, dass der Begriff „Universität“ gesetzlich geschützt ist. Deshalb ist für die meisten in ihrem Größenwahn spätestens bei Akademie Ende der Fahnenstange. Es meinen aber immer wieder welche, sich in ihren Allmachtsfantasien über geltendes Recht hinwegsetzen zu können. Oft ist es pure Naivität. Die gesetzlichen Regelungen zum Schutze des Bezeichnung Universität sind Ländersache. Hier sind wir in Bayern.

Art. 87 BayHSchG
(2) Mit Geldbuße bis zu einhunderttausend Euro kann belegt werden, wer
1. unbefugt die Bezeichnung Universität, Universitätsklinikum, Hochschule, Fachhochschule, Kunsthochschule, Gesamthochschule oder eine Bezeichnung führt, die damit verwechselt werden kann.

Deshalb gab es eine Mail an das
Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
80333 München
poststelle@stmbw.bayern.de

Ordnungswidrigkeiten-Anzeige
wegen Verstoßes gegen das Bayerische Hochschulgesetz (BayHSchG) vom 23.05.2006
gegen C. und R. G.

Das vorgenannte Ehepaar G. gehört zur Anhängerschaft des esoterischen Kryon-Kultes. Dazu einige Hintergrundinformationen

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JSN : Ab jetzt auch auf wordpress.com als Blog zu sehen !

JOchens SOzialPOlitische NACHRICHTEN

Ich_kLiebe Leute,
Habe mich ab heute, meinem 60.Geburtstag als Blogger unter josopon.wordpress.com angemeldet.
Wenn es klappt, könnt ihr da alles nachlesen.
Ich hoffe, ich kriege keinen Ärger wegen Urheberrechtsverletzungen, werde Zitate weiterhin als solche kennzeichnen.

Auf Fratzbuch habe ich auch weiterhin keine Lust !

Und der Name des ehemaligen Kanzleramtsministers wird ab jetzt auf der 1. Silbe betont:
PO-Faller, PO-Faller, PO-Faller, weil er der Merkel aus dem Po gefallen ist.

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Jochen