DGB wirbt für Kohle, sorgt sich um Arbeitsplätze und betreibt dabei Lobbyarbeit für die gro ßen Energiekonzerne !

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Ja, die Kollegen sind gut vernetzt. Über die 50 000 Arbeitsplätze, die im Bereich der alternativen Energien verloren gehen, wird nicht geredet. Siehe hier:
https://www.jungewelt.de/kapital-arbeit/dgb-wirbt-f%C3%BCr-kohle
Auszüge:

Klimaschutz nebensächlich? Gewerkschaft sorgt sich um Arbeitsplätze und betreibt dabei Lobbyarbeit für die großen Energiekonzerne.

Von Wolfgang Pomrehn

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine Initiative verschiedener Einzelgewerkschaften für eine energiepolitische Unterschriftenkampagne übernommen.
Der Text, mit dem Zustimmungserklärungen gesammelt werden, ist allerdings mit seinen Auslassungen, Verdrehungen und seiner Unbestimmtheit eine propagandistische Meisterleistung im Dienste der großen Energiekonzerne und der industriellen Großverbraucher.

Die nächsten Wochen seien entscheidend für die zukünftige Energiepolitik, heißt es beim DGB zutreffend. Am 3. Dezember will die Bundesregierung einen Maßnahmenkatalog für Klimaschutz verabschieden.
Die große Frage wird sein, wie das schon 2006 verabredete Ziel, die deutschen Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken, noch erreicht werden kann. Vor allem die Kohlekraftwerke müssten dabei auf den Prüfstand.

Der DGB hat vordergründig vor allem die bestehenden Arbeitsplätze im Sinn. Das mag man nicht einmal übelnehmen.
Zwischen den Zeilen des Textes aber geht es ihm vor allem um den Erhalt der Kohlekraftwerke: »Bei allen Entscheidungen zur Energiewende muss der Maßstab sein, dass unsere Arbeitsplätze in der Energieerzeugung wie in den energieintensiven Wirtschaftszweigen gestärkt und gesichert werden.« Schon zu viele Arbeitsplätze seien verlorengegangen.
Offen bleibt, welche gemeint sind. Etwa die im Steinkohlebergbau, der nicht ohne Subventionen betrieben werden konnte und kann, die aber bis 2018 schrittweise auslaufen? Oder ist die energieintensive Industrie gemeint?

Zu der gehören auch Aluminiumhütten, die extrem viel Strom benötigen. Anfang des Jahres machte die Firma Aluminium Delfzijl aus den Niederlanden von sich reden. Als das Unternehmen im Januar 2014 Konkurs anmeldete, war einer der vorgetragenen Gründe, die Konkurrenz in Deutschland könne mit dem dort so billigen Strom günstiger produzieren.
Anders als die privaten Haushalte und kleinen Gewerbetreibenden können sich Großverbraucher bei den Erzeugern per günstiger Langfristverträge oder auch direkt an der Börse mit Strom eindecken. An letzterer ist er meist für weniger als vier Cent pro Kilowattstunde zu erhalten; mit den wenigen Abgaben und Steuern, die die energieintensive Industrie überhaupt zahlen muss, kommt sie dann auf Energiekosten von acht bis elf Cent pro Kilowattstunde. Kleinverbraucher zahlen im Durchschnitt rund 29 Cent für die gleiche Leistung.

Es gibt zwei Gründe, weshalb der Börsenpreis so niedrig und entgegen den alarmierenden Appellen des DGB so industriefreundlich ist:
Zum einen herrscht zu vielen Zeiten ein Überangebot. Das entsteht dadurch, dass die erneuerbaren Energieträger zwar inzwischen für rund 28 Prozent der Bruttostromerzeugung verantwortlich sind, alte Kraftwerke aber nicht im gleichen Maße vom Markt gehen. Vor allem die abgeschriebenen Atommeiler und Braunkohlekraftwerke drücken rund um die Uhr Strom ins Netz – zu Niedrigstpreisen.
Zum anderen können die Kohlekraftwerke auch deshalb so günstig produzieren, weil die Bundesregierung dafür gesorgt hat, dass der EU-Emissionshandel nicht funktioniert. Wegen eines Überangebots müssen Kraftwerksbetreiber nicht wie ursprünglich erhofft 30 Euro pro Tonne Treibhausgas zahlen, sondern aktuell nur rund sieben Euro.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich lange geweigert das abzustellen, ehe sie halbherzigen Maßnahmen dagegen zustimmte. In den vergangenen Jahren war der Preis meist noch niedriger.

Das Argument vom teuren deutschen Industriestrom steht deshalb auf tönernen Füßen, zumal eine Verteuerung über den Emissionshandel alle Unternehmen in der EU betreffen würde. Für den Wettbewerb ist er also neutral, es sei denn, man ist der Meinung, dass deutsche Aluminiumhütten mit chinesischer oder indischer Konkurrenz mithalten sollten.
Ob die Gewerkschafter das Argument dann auch für die Löhne gelten lassen würden?

Aber der DGB hat recht. Es sind in den letzten Jahren zahlreiche Arbeitsplätze aufgrund der Energiepolitik der vorherigen und der jetzigen Bundesregierung vernichtet worden. Doch die werden mit keinem Wort erwähnt.
Energieökonom Volker Quaschning von der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin spricht von 50.000 Stellen, die inzwischen in der Solarbranche verschwunden seien. Damit hätten dort mehr als doppelt so viele Beschäftigte ihr Einkommen verloren, wie in Ost und West in den Baunkohletagebauen und den angeschlossenen Kraftwerken arbeiten.

Jochen

Das Märchen vom Stromengpass – Geheimplanungen neuer Braunkohlekraftwerke für die Parteispender von CDU und SPD

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Gerade aktuell angesichts der Auseinandersetzungen um die Stromtrassenplanung im Landkreis !
Wenn mehr Kraft-Wärme-Kopplungsaggregate gefördert werden, sind die Leitungen sowieso überflüssig.
Ebenso wie das – Nachtigall ick hör dir trapsen – in der heimlichen Planung befindliche Braunkohlekraftwerk in Profen.
Unsere Bundesmutti hat wieder hohl geschwätzt auf einem Nachhaltigkeitskongress. Sie weiss, wer den Koalitionsparteien den Wahlkampf zahlt.
Wir nicht !
Näheres auszugsweise hier:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/953158.das-maerchen-vom-stromengpass.html

BUND: Netzausbaupläne sollen ad acta gelegt werden

Braucht es wegen der Energiewende viele neue Stromautobahnen von Nord- nach Süddeutschland? Der BUND meint: nein.
Die Große Koalition könnte ihre jahrelangen Planungen deshalb sofort beenden, sagen die Umweltschützer.

Einen kompletten Neubeginn bei den Planungen zum Ausbau der Stromtrassen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gefordert.
Zwar brauche man für den Ausstieg aus der Atomenergie und die wachsende Nutzung erneuerbarer Energieträger umfangreiche Investitionen in Netzinfrastruktur und auch den Bau neuer Überlandleitungen, erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Freitag in Berlin. Der Netzausbau müsse aber mit den Intentionen der Energiewende, den Klimaschutzzielen und auch Belangen des Naturschutzes vereinbar sein.
Zudem müsse sicher gestellt werden, dass die Bevölkerung in den betroffenen Regionen nicht nur informiert, sondern auch umfassend in den Planungsprozess einbezogen werde. Diese Kriterien erfülle der Anfang November von den Betreibern vorgelegte Netzentwicklungsplan in keiner Weise. Das zeige sich auch daran, dass Alternativvorschläge für die Trassenführung weitgehend ignoriert würden.

Der BUND-Energieexperte Thorben Becker kritisierte gegenüber »nd«, die im Netzentwicklungsplan vorgesehenen »Stromautobahnen« von Nord- nach Süddeutschland seien überdimensioniert. Sie berücksichtigten nicht, dass der Ausbau der Offshore-Windanlagen durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verlangsamt werden soll.
Angesichts der Bedeutung der Energiewende sei es unverantwortlich, den Netzausbau auf Grundlage veralteter Prämissen zu planen.
Engpässe oder Verzögerungen wären bei einer Neuplanung nicht zu befürchten, so Becker.

Dem BUND ist ferner die projektierte Ost-Süd-Trasse ein Dorn im Auge, da sie den Braunkohlekraftwerken in Sachsen und Brandenburg möglichst viele Volllaststunden ermöglichen soll. Dies, so Weiger, konterkariere die Klimaschutzziele der Bundesregierung (40 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2020, mindestens 80 Prozent weniger bis 2050).
Als »grotesk« bezeichnete es der BUND-Vorsitzende, dass der Netzentwicklungsplan den Bau einer Anschlussstelle für ein neues Braunkohlekraftwerk am Standort Profen bei Leipzig vorsieht.
Ein solcher Bau sei betriebswirtschaftlich unrentabel und werde von keinem Investor ernsthaft erwogen.

Ferner fehlen in dem Planwerk der Netzbetreiber auch Szenarien, die einen deutlich größeren Ausbau der Windenergie im Süden beinhalten – dies würde den Transportbedarf für Strom von der Küste nach Bayern und Baden-Württemberg deutlich reduzieren.
Ausgeblendet wurden laut BUND auch Aspekte des Umweltschutzes und der Gesundheitsvorsorge, z. B. in Bezug auf Auswirkungen elektrischer und magnetischer Felder sowie weiterer Immissionen durch Starkstromleitungen.

Der Netzexperte Christian von Hirschhausen von der Technischen Universität Berlin unterstützt die Forderung nach einer Generalrevision der Planung. »Der für die Netzentwicklung maßgebliche Szenariorahmen setzt zunehmend auf Braunkohle, dem CO2-intensivsten aller Energieträger. Er verhindert somit die Erreichung der Klimaschutzziele«, schreibt er in einem Thesenpapier.
Dennoch sehe der Szenariorahmen für 2015 sogar zwei bis vier Gigawatt Braunkohlekapazitäten im Netz sowie den Aufschluss neuer Tagebaue vor.
Dies würde die Abbaggerung vieler Dörfer und den Verlust der Heimat für Tausende von Menschen bedeuten.
Jetzt liege es an der Bundesnetzagentur, die vorgelegten Pläne wieder ad acta zu legen.

Jochen