Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit: Keine wissenschaftlichen Hinweise für eine Wirksamkeit

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

syringe and pills on blue backgroundWieder mal eine seriöse Stellungnahme zum Thema „Maskenpflicht“, Kurzübersicht dazu heute auf den NachDenkSeiten https://www.nachdenkseiten.de/?p=64807#h09
Dort ist u.a. auch ein Ländervergleich zwischen Laschets NRW und Söders Bayern zu finden, siehe unten.

Die komplette Studie habe ich hier hochgeladen: https://josopon.files.wordpress.com/2020/09/mund-nasen-schutz_a-1174-6591.pdf

Auszüge:
Etwa gleichzeitig mit den ersten Lockerungen des Lockdowns im Rahmen der Corona-Pandemie wurde Ende April 2020 von allen Bundesländern in Deutschland eine und für Geschäfte Maskenpflicht für den ÖPNV eingeführt, und das nicht zuletzt aufgrund der „Neubewertung“ durch das Robert Koch-Institut (RKI). In diesem Beitrag soll die Empfehlung des RKI bewertet werden.
Dass infizierte Personen bereits vor Beginn der Krankheitssymptome (potenziell) infektiös sind (und in der Regel dabei sogar mehr Viren ausscheiden als während der symptomatischen Phase der Erkrankung), ist von anderen Virusinfektionen bekannt, deren Erreger ebenfalls über das respiratorische Sekret ausgeschieden werden (z. B. Influenza, Masern).
Dass dies bei COVID-19 (Coronavirus Disease 2019) auch der Fall ist, war deshalb für die Fachwelt zu erwarten.
Es gilt dies für alle respiratorischen Infektionen, die asymptomatisch verlaufen (z. B. bei Influenza in ca. 1/3 der Fälle, s. RKI-Ratgeber). Es sind also auch diese Personen für ihre Umgebung (potenziell) infektiös.
Es gilt aber z. B. auch für gastrointestinale Infektionen, insbesondere verursacht durch Noroviren.
Insgesamt ist die Virusausscheidung vor Beginn der klinischen Erkrankung nichts Neues, sondern hätte auch bei COVID-19 von Anfang an in die Überlegungen eingeschlossen werden können. …
Ob ein Erregernachweis außerhalb des Körpers bedeutet, dass die gefundenen Erreger auch ein tatsächliches Infektionsrisiko darstellen, ist kaum zu beantworten.
Hinzu kommt, dass der Nachweis von Virusnukleinsäure kein Beleg für die Infektionstüchtigkeit von Viren ist. Auch ein Virusnachweis mittels Zellkultur ist nicht mit dem Nachweis ihrer Infektiosität unter normalen Lebensumständen gleichzusetzen. …
Aus einer Maskenpflicht für viele Millionen Bürger in Deutschland können jeden Tag zig-millionenfache Kontaminationen resultieren, die zu einem wesentlichen Teil vermeidbar wären, weil die ohnehin schon häufigen Hand-Gesichts-Kontakte der Menschen durch die Maskenpflicht noch häufiger werden, Händewaschen unterwegs aber nur ausnahmsweise möglich ist.
Dabei besteht das Risiko, dass der – schon zwangsläufig – unsachgemäße Umgang mit der Maske und die erhöhte Tendenz, sich selbst ins Gesicht zu fassen, während man die Maske trägt, tatsächlich das Risiko einer Erregerverbreitung und damit Erregerübertragung noch erhöht – ein Risiko, das man doch aber gerade durch die Maske reduzieren will.
Quelle: Thieme

Anmerkung JK: Dieser Beitrag macht mehr als deutlich, dass eine Versachlichung der öffentlichen Debatte dringend geboten ist.
Davon kann leider nicht die Rede sein, die Mainstreammedien verbreiten lieber weiter Panik mit Horrormeldungen steigender Infektionszahlen.

Weitere Auszüge aus der Studie:

Merke

Bei zahlreichen Virusinfektionen beginnt die Infektiosität nicht erst mit Beginn der klinischen Symptome, vielmehr können infizierte Personen schon am Ende der Inkubationszeit Viren ausscheiden und dies noch dazu in hoher Zahl, wenn sie noch nicht ahnen, dass sie eine Infektion haben.

Ob ein Erregernachweis außerhalb des Körpers bedeutet, dass die gefundenen Erreger auch ein tatsächliches Infektionsrisiko darstellen, ist kaum zu beantworten.
Hinzu kommt, dass der Nachweis von Virusnukleinsäure kein Beleg für die Infektionstüchtigkeit von Viren ist.
Auch ein Virusnachweis mittels Zellkultur ist nicht mit dem Nachweis ihrer Infektiosität unter normalen Lebensumständen gleichzusetzen.

Potenzielle Vor- und Nachteile von „Alltagsmasken“ gem. WHO

Vorteile

Als potenzielle Vorteile, wenn gesunde Menschen in der Öffentlichkeit Masken tragen, führt die WHO folgende Gründe auf:
reduziertes potenzielles Expositionsrisiko ausgehend von infizierten, noch nicht symptomatischen Personen
reduzierte potenzielle Stigmatisierung von Personen, die Masken zum Fremdschutz tragen, oder von Personen, die im nicht-klinischen Bereich für patienten mit COVID-19 sorgen
▪ Stärkung des Gefühls in der Bevölkerung, dazu beitragen zu können, die Ausbreitung des Virus zu beenden
▪ Erinnerung daran, andere Maßnahmen zu beachten, wie Händehygiene, Vermeidung eigener Hand-Gesichts-Kontakte, obwohl dies auch den gegenteiligen Effekt haben könne (s. u. bei „Nachteile“)
▪ potenzielle soziale und ökonomische Vorteile, z. B. durch Herstellung von Masken, wodurch eine Einkommensquelle geschaffen und dadurch eine bessere Integration erreicht werden könne etc.

Nachteile

Die WHO nennt die folgenden potenziellen Nachteile, wenn gesunde Menschen in der Öffentlichkeit Masken tragen:
▪ potenziell erhöhtes Risiko der Selbstkontamination infolge von Manipulationen an der Maske und anschließendem Kontakt der Augen mit den kontaminierten Händen
▪ potenzielle Selbstkontamination, falls nicht-medizinische Masken nicht gewechselt werden, wenn sie feucht oder verschmutzt sind, weil dadurch günstige Bedingungen für die Vermehrung von Mikroorganismen geschaffen werden können
▪ potenziell Kopfschmerzen und/oder Atemprobleme abhängig von der Art der Maske
▪ potenziell Entwicklung von Hautläsionen oder -irritationen, Verschlimmerung von Akne bei häufigem Gebrauch über längere Zeit
▪ Schwierigkeiten mit einer klaren Aussprache
▪ potenziell unangenehmes Gefühl
falsches Gefühl von Sicherheit mit der möglichen Folge einer geringeren Beachtung anderer wichtiger Präventionsmaßnahmen, wie z. B.
– physische Distanz und
– Händehygiene
▪ mangelnde Umsetzung des Maskentragens (insbesondere kleinere Kinder)
▪ Abfallprobleme, wenn Masken im öffentlichen Raum falsch entsorgt und die Abfallbehälter zu voll werden (dadurch Kontaminationen beim Entsorgungspersonal und in der Umgebung möglich)
▪ Schwierigkeit für Menschen mit Hörstörungen, da diese auf das Ablesen von den Lippen angewiesen sind
▪ Probleme, die Maske zu tragen, insbesondere
– bei Kindern,
– bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen,
– bei älteren Menschen mit kognitiven Einschränkungen,
– bei Personen mit Asthma oder chronischen respiratorischen oder Atemproblemen,
– bei Personen nach Gesichtsverletzungen oder kürzlichen Operation im HNO-Bereich
– bei Menschen, die in heißer und feuchter Umgebung leben
Kappstein Ines. Mund-Nasen-Schutz in der … Krankenhaushygiene up2date 2020; 15: 279–297 283

Fazit zu der vom RKI zitierten wissenschaftlichen Grundlage für die Maskenempfehlung im öffentlichen Raum

Masken nicht Evidence-based

Es gibt aus der im Beitrag des RKI zitierten Fachliteratur keine wissenschaftlich fundierten Hinweise, und das auch nicht aus den dort genannten„aktuellen“ Studien, dass Masken, die von der normalen Bevölkerung im öffentlichen Raum (Geschäfte, ÖPNV) getragen werden, ganz gleich welcher Art sie sind, also ob medizinische MNS oder sog. Community-MNB, die Erregerübertragung bei respiratorischen Infektionen, wie insbesondere Influenza oder COVID-19, reduzieren könnten, um damit „eine nachhaltige Reduktion der Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung und sinkende Neuerkrankungszahlen zu erreichen“, wie es im RKI-Beitrag heißt.
Ebenso fehlen wissenschaftliche Belege, dass der zusätzliche Gebrauch von Masken in der Bevölkerung bewirken könnte, dass sich damit „mehrere Komponenten (…) gegenseitig ergänzen“ [1].
Dementsprechend heißt es im RKI-Beitrag u. a. sehr zurückhaltend: „Eine teilweise Reduktion dieser unbemerkten Übertragung von infektiösen Tröpfchen durch das Tragen von MNB könnte (Hervorhebung von der Autorin) auf Populationsebene zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen“ – eine Formulierung, die im wissenschaftlichen Diskurs wegen offensichtlich fehlender Belege für eine Empfehlung mit weitreichenden Folgen eigentlich nicht hätte verwendet werden dürfen.

Epidemiologischer Zusammenhang entscheidend

Zwar führt das RKI in dem Beitrag an, dass „Ausbruchsuntersuchungen und Modellierungsstudien“ (zeigten), dass …
„die rasche Ausbreitung von SARS-CoV-2 auf einem hohen Anteil von Erkrankungen beruhe, die initial mit nur leichten Symptomen beginnen, ohne die Erkrankten in ihrer täglichen Aktivität einzuschränken.
Bereits 1 – 3 Tage vor Auftreten der Symptome kann es zu einer Ausscheidung von hohen Virusmengen kommen.
Eine teilweise Reduktion dieser unbemerkten Übertragung von infektiösen Tröpfchen durch das Tragen von MNB könnte (Hervorhebung von der Autorin) auf Populationsebene zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen.“
[1]

Doch handelt es sich dabei, wie schon erwähnt, um bekannte Tatsachen, die nichts mit den angeblich neuen wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit von MNB im öffentlichen Raum zu tun haben.
Außerdem spiegeln Ausbrüche, z. B. in Pflegeheimen oder in Unterkünften für Asylbewerber bzw. Mitarbeiter in Schlachtbetrieben, eine völlig andere epidemiologische Situation wider als der Aufenthalt von Menschen im öffentlichen Raum, und Modellierungsstudien sind rein mathematisch-theoretischer Natur, deren Ergebnisse maßgeblich von den darin verwendeten Annahmen („Stellschrauben“) abhängen.
Und dennoch endet der Beitrag des RKI mit der Aussage:
„In dem System verschiedener Maßnahmen ist (sic!) ein situationsbedingtes generelles Tragen von MNB (oder MNS, wenn die Produktionskapazität dies erlaubt) in der Bevölkerung ein weiterer Baustein, um Übertragungen zu reduzieren“. [1]

Merke

Neben der fehlenden wissenschaftlichen Basis ist noch ein anderer Aspekt von Bedeutung: Es geht um den korrekten Umgang mit Masken (welcher Art auch immer), damit nicht durch die Masken selbst das Risiko für die Verbreitung des Erregers erhöht wird.

Der Gebrauch von Masken im öffentlichen Raum ist schon allein aufgrund des Fehlens von wissenschaftlichen Daten fragwürdig.
Zieht man dazu noch die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen in Betracht, müssen Masken nach den aus Krankenhäusern bekannten Regeln im öffentlichen Raum sogar als ein Infektionsrisiko betrachtet werden.

Werden Masken von der Bevölkerung getragen, ist also potenziell das Infektionsrisiko erhöht, ganz gleich, ob es medizinische Masken sind oder ob es sich um wie auch immer gestaltete sog. Community-Masken handelt.
Betrachtet man die Vorsichtsmaßnahmen, die das RKI wie ebenso die internationalen Gesundheitsbehörden ausgesprochen haben, müssten alle Behörden die Bevölkerung sogar dahingehend informieren, dass Masken im öffentlichen Raum möglichst gar nicht getragen werden sollen.
Denn ganz gleich, ob Pflicht für alle Bürger oder freiwillig getragen von den Bürgern, die das aus welchen Gründen auch immer wollen, bleibt es ein Faktum, dass Masken in der Öffentlichkeit mehr Schaden als Nutzen bringen können.

Wie sieht die Realität beim Umgang mit Masken in der Öffentlichkeit aus?

Ein korrekter Umgang mit Masken ist beim medizinischen Personal, wie bereits erwähnt, nicht immer leicht zu erreichen.
Bei der Bevölkerung aber sind alle diese als unverzichtbar angesehenen Anforderungen auch nicht im Ansatz zu verwirklichen. So ist beim Einkaufen z. B. zu beobachten:
▪ Die Maske wird häufig mit den Händen zurechtgerückt.
▪ Sie wird oft so getragen, dass die Nase unbedeckt ist.
▪ Sie ist für Brillenträger besonders problematisch, weil die Brille beschlägt, denn im Gegensatz zu einem professionellen chirurgischen MNS fehlt bei der Community-Maske in der Regel ein leicht biegsamer Bügel, den man gut an die Anatomie der Nase anpassen kann. Man muss also die Brille wiederholt abnehmen und aufsetzen und berührt dabei unvermeidlich mit den Händen die Außenseite der Maske.
▪ Auch wenn nicht besonders warmes Wetter herrscht, schwitzt man unter der Maske und geht von daher auch immer wieder mit den Händen an die Maske oder sogar darunter.
▪ Außerhalb der Läden wird die Maske häufig nur teilweise abgenommen und hängt dann mit einer Schlinge über einem Ohr, wird unter das Kinn geschoben oder sie wird abgenommen und einfach in die Hand-, Hosen- oder Jackentasche gesteckt.
Ferner kann man beobachten, dass die Maske, um stets griffbereit für den nächsten Gebrauch zu sein, im Auto am Rückspiegel hängt (immerhin hängt sie dort wenigstens luftig).
Man muss sich allerdings auch fragen, wie man es unterwegs auch anders machen soll, selbst wenn man bemüht ist, seine Hände möglichst nicht an der Maske zu kontaminieren:
▪ Man kann sich nicht die Hände waschen, wenn man aus dem Auto steigt und vor Betreten des Ladens die Maske aufsetzen muss, und man kann sich auch nach Verlassen des Ladens, wenn die Maske wieder abgesetzt wurde, nicht die Hände waschen.
▪ Da Händedesinfektionsmittel (HDM) ebenso wie medizinische Masken und andere Schutzausrüstung in den medizinischen Einrichtungen zwischenzeitlich zur Mangelware geworden sind, kann man dies auch nicht mit dem Gebrauch von HDM unterwegs kompensieren, und das RKI empfiehlt dies auch nicht. Denn auch Händedesinfektion muss gelernt sein und ist keineswegs trivial.

Die nächste Frage ist, wie man es bewerkstelligen soll, die Masken nach jedem Gebrauch zu verwerfen (oder bis zum Waschen zu Hause in einen Beutel zu packen), wenn man in mehrere Geschäfte gehen muss:
▪ Man müsste dann immer mehrere Masken bei sich haben.
▪ Eine andere Möglichkeit wäre, die Maske nach Verlassen eines Geschäfts einfach aufzulassen, wie man es bei manchen Menschen beobachten konnte. Dann könnte man alle Besorgungen (und die Wege dazwischen, wenn es Fußwege sind) mit einer einzigen Maske machen. Die Menschen laufen dann im Freien mit einer Maske herum, wo sie gar nicht vorgeschrieben ist.
▪ Es ist wahrscheinlich, dass das Maskenmaterial während der Einkäufe durchfeuchtet, denn insbesondere durch die Pflicht, überall den Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten, wird das Einkaufen umständlicher und dauert somit deutlich länger, z. B. weil man im Laden nicht mal schnell an anderen Kunden vorbeigehen darf, sondern warten muss, bis entsprechend Platz zum Überholen ist.
▪ Wenn man aber den Weg zwischen den Läden mit dem Auto zurücklegen muss, dann muss die Maske abgelegt werden, weil man „maskiert“ nicht Auto fahren darf.

Unerfüllbare Forderungen

Im Alltag ist das eine unlösbare Aufgabe, will man zig Millionen Bürger dazu bringen, diese notwendigen Vorsichtsmaßnahmen beim Gebrauch von Masken einzuhalten, wenn das schon beim medizinischen Personal nicht ganz einfach ist, wo aber mit dem Hygienefachpersonal (Hygienefachkräfte, Krankenhaushygieniker) immer Personen vor Ort an den richtigen Umgang erinnern können: Es ist wirklichkeitsfremd.
Deshalb ist die MNB-Empfehlung des RKI nicht damit zu rechtfertigen, dass auf die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen wird, und zwar, weil es sich um unerfüllbare Forderungen handelt, die zwangsläufig und für alle Fachleute erkennbar nicht umgesetzt werden (können).

FAZIT

Aus einer Maskenpflicht für viele Millionen Bürger in Deutschland können jeden Tag zig-millionenfache Kontaminationen resultieren, die zu einem wesentlichen Teil vermeidbar wären, weil die ohnehin schon häufigen Hand-Gesichts-Kontakte der Menschen durch die Maskenpflicht noch häufiger werden, Händewaschen unterwegs aber nur ausnahmsweise möglich ist.
Dabei besteht das Risiko, dass der – schon zwangsläufig – unsachgemäße Umgang mit der Maske und die erhöhte Tendenz, sich selbst ins Gesicht zu fassen, während man die Maske trägt, tatsächlich das Risiko einer Erregerverbreitung und damit Erregerübertragung noch erhöht – ein Risiko, das man doch aber gerade durch die Maske reduzieren will.
Eine Maskenpflicht vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl, und ein falsches Sicherheitsgefühl ist immer ein Sicherheitsrisiko

Kaum Patienten und Tausende freie Krankenhausbetten: Warum Armin Laschet recht behalten hat und Markus Söder irrt

Armin Laschet war der erste deutsche Spitzenpolitiker, der im Kampf gegen die Corona-Pandemie für Augenmass und Liberalität geworben hat. Dafür wurde er monatelang beschimpft und verspottet.
Doch die Zahlen geben ihm recht – und nicht etwa seinem Rivalen aus Bayern.
Quelle: NZZ

Anmerkung Jens Berger: Ob Laschet nun als Mann mit „Augenmaß“ bezeichnet werden sollte, lassen wir mal dahingestellt. Dass aber ausgerechnet „Seuchen-Markus“ Söder immer wieder von den Medien als fähiger Krisenmanager und erfolgreicher Corona-Hardliner präsentiert wird, ist wirklich ein schlechter Witz.
Bleiben wir doch mal im offiziellen Narrativ, nach dem eine Eindämmung der Neuinfektionen oberstes politisches Ziel ist und werfen dann mal einen Blick auf die Landkreise mit den höchsten Neuinfektionen:

Wohlgemerkt, diese Liste ist keine bayerische Top 10, sondern die offizielle Liste des RKI für Gesamt-Deutschland. Bis auf den Kreis Solingen findet man dort ausschließlich bayerische Landkreise.
Gemessen an seinem eigenen Anspruch hat Söder also auf ganzer Linie versagt. Bemerkenswert ist auch, dass Bayern mit seinen im deutschen Vergleich härtesten Maßnahmen offenbar keinen Beleg dafür erbringen kann, dass die Härte der Maßnahmen negativ mit der Zahl der Neuinfektionen korreliert.
Will man auf Gedeih und Verderb Landeschefs herauszusuchen, in deren Ländern Corona besonders gut unter Kontrolle ist, müsste man an dieser wohl Reiner Haseloff, Manuela Schwesig oder Daniel Günther nennen.
Aber das geht natürlich nicht, traten und treten gerade diese Politiker doch im Vergleich zu den lautstarken Hardlinern eher für eine Öffnung als für eine Verschärfung der Maßnahmen ein.

Über Kommentare hier auf meinem Blog  würde ich mich freuen.
Jochen

Stellungnahme zur Verbreitung des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Leider keine schönen Nachrichten.
Ein gut verständliches Video zu dem Thema findest Du hier:
https://www.youtube.com/watch?v=uz1gBTLdIGE&feature=emb_logo

Schau Dir das mal an, da wird ziemlich genau erklärt, was auf uns zukommt. Bis der Impfstoff massenweise zur Verfgung steht, wird es bis Anfang 2021 dauern. Höchstwahrscheinlich muss man die strengen Ausgangsregelungen so lange durchhalten. Dass das zu großer Armut in der ganzen Welt führt, kannst Du Dir vorstellen. V.a. in den USA.
Vielleicht können wir dann irgendwann mal nach CHina auswandern, wo sie das Virus in Schach halten können.
Also passt gut aufeinander auf !
Und hier auszugsweise die angekündigte Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi)

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) zur Verbreitung des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Hintergrund

Im Dezember 2019 kam es in Wuhan, einer Stadt in China mit 11 Millionen Einwohnern, zu einem Ausbruch mit dem Coronavirus 2 (SARS-CoV-2). Das Virus hat sich in ganz China und darber hinaus verbreitet. Am 12. Februar 2020 nannte die WHO die durch das neuartige Coronavirus verursachte Krankheit offiziell Coronavirus Disease 2019 (COVID-19). Am 11. Mrz 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Pandemiefall erklrt.

Ziel der Stellungnahme

Unser Ziel ist es, die aktuelle Situation und die vorliegenden Erkenntnisse aus epidemiologischer Perspektive zu bewerten und eine Einschtzung zu knftigen Entwicklungen und notwendigen Manahmen abzugeben. Es werden zu diesem Zweck mathematische Modellierungen der weiteren Infektionsausbreitung vorgestellt. Die Ergebnisse der Modellierungen sind aufgrund des aktuell noch eingeschrnkten Wissens zum Verhalten von SARS-CoV-2 mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden. Im Rahmen der Modellierungen kann jedoch ein breites Spektrum mglicher Entwicklungen sowie der Effekt von Infektionskontrollmanahmen orientierend dargestellt werden. Diese Modelle eignen sich um aktuelle Empfehlungen zur Infektionskontrolle abzu-leiten.

Klinisches Erscheinungsbild, Verbreitung

Um Vorhersagen treffen zu knnen, ist es in der aktuellen Situation notwendig, Annahmen ber das Verhal-ten des Infektionserregers zu treffen. Diese basieren auf Daten des bisher beobachteten Infektionsgesche-hens und werden immer besser einschtzbar, je lnger die Pandemie anhlt. Verffentlichte Daten sprechen dafr, dass Infektionen mit SARS-CoV-2 in den meisten Fllen milde bis moderat verlaufen, whrend 25% der Flle eine Behandlung auf der Intensivstation bentigen. Risikogruppen fr schwere Verlufe sind vor allem ältere Personen [1, 2] und Personen mit Vorerkrankungen. Auch Tabakkonsum scheint ein Risikofaktor fr einen ungnstigen Erkrankungsverlauf zu sein [1] .
Kinder haben meistens einen sehr milden Verlauf, kn-nen die Infektion aber dennoch bertragen.
Ein wichtiger Parameter fr die Modellierung der Infektionsausbreitung ist die Basisreproduktionszahl (R0). Diese gibt an, wie viele Personen von einer infizierten Person im Durchschnitt angesteckt werden, wenn keine Infektionskontrollmanahmen durchgefhrt werden und keine Immunitt in der Bevlkerung vorliegt (im weiteren Verlauf der Ausbreitung verndert sich das und man spricht von der effektiven Reproduktionszahl). Fr SARS-CoV-2 wird R0 auf 23 geschtzt [3] .
Stellt man sich ein Szenario vor, in dem KEINE spezifischen Kontrollmanahmen durchgefhrt werden und keine spontanen Verhaltensnderungen stattfinden, wrden sich unter der Annahme, dass alle Personen nach einer Infektion einen Immunschutz ausbilden im Verlauf des Ausbruchs etwa 5070 % der Bevlkerung, anfangs mit exponentiell steigender Geschwindigkeit, infizie-ren. Wrde die Epidemie ungehindert nach diesem Szenario ablaufen, lge der Hhepunkt des Ausbruchs (maximale Zahl infizierter Personen) bereits im Sommer 2020 (Abb. 1).

abb1b

abb1a

Abb. 1. Zeitlicher Verlauf der Epidemie für unterschiedliche Basisreproduktionszahlen (R0) / effektive Repro-duktionszahlen. Dies stellt die Auswirkungen von Kontrollmanahmen durch unterschiedliche Reproduktions-zahlen nach Einführung der Maßnahmen auf die COVID-19 Fallzahlen dar. Auf der horizontalen Achse ist die Zeit angegeben und auf der vertikalen Achse die Anzahl an Personen, die zu einem Zeitpunkt (Panel A) infi-ziert sind oder (Panel B) auf einer Intensivstation behandelt werden mssen. So gibt es zum Beispiel an Tag 50 bei einer Reproduktionszahl von 2,5 5.687.270 infizierte Personen (Panel A), bei einer Reproduktionszahl von 2 wrden an Tag 100 1.140.233 Personen intensivpflichtig sein.

Die Modellierung desVerlaufsder Epidemie beruht auf einem SEIR Model mit den folgenden Parametern: Präinfektiöse Zeit 5.5 Tage, Infektiöse Zeit 3 Tage, 2% aller Infizierten benötigen eine intensivmedizinische Behandlung mit einer Verzögerung von 10 Tagen und einer Intensivstation-Liegedauer von 20 Tagen. Zum Zeitpunkt 0 (Beginn der Manahmen) sind 40.000 Personen bereits infiziert, haben aber noch keine Symptome und sind für die anderen nicht ansteckend, 10.000 Personen sind infektiös.

Die unterschiedlichen Kurven in der Grafik zeigen auch verlangsamte Verlufe der Epidemie, d.h. sie zeigen was geschieht, wenn die Reproduktionszahl durch Einfhrung von Kontrollmanahmen, wie aktuell in Deutschland schon teilweise umgesetzt, gesenkt wird.
Die groe Gefahr eines ungehinderten Ausbruchverlaufs besteht darin, dass in einem kurzen Zeitraum eine sehr groe Zahl an Patienten eine Behandlung auf Intensivstationen bentigen wrde und das Gesundheitssystem hiervon sehr schnell berfordert wre. Derzeit verfgt das Gesundheitssystem in Deutschland ber ca. 30.000 intensivmedizinische Betten; die meisten hiervon werden fortlaufend fr Patienten bentigt, die unabhngig der aktuellen COVID-19-Problematik intensivpflichtig sind.
Bei der Interpretation der Modellergebnisse fllt auf, dass auch mig verlangsamte Verlufe der Infektionsausbreitung zu einer Dekompensation des Gesundheitssystems fhren wrden. Erst eine Senkung der effektiven Reproduktionszahl in den Bereich von 1 bis 1,2 wrde einen Verlauf innerhalb der vorhandenen Kapazitten des Gesundheitssystems ermglichen. Eine Steuerung der Ausbreitungsgeschwindigkeit in diesen engen Bereich scheint praktisch nicht vorstellbar, weil schon eine geringe Erhhung der Reproduktionszahl zu einer berforderung des Gesundheitssystems fhren wrde.

Eine andere mgliche Strategie wre es, die effektive Reproduktionszahl unter 1 zu senken und dadurch eine Eindmmung der Epidemie zu erreichen. Die entscheidende Manahme ist hierbei, neben den schon etablierten Infektionskontrollstrategien (z.B. Senkung der bertragungswahrscheinlichkeit durch konsequente Hndehygiene, Isolation von infizierten Personen, Quarantne von Kontaktpersonen) auch in der gesamten Bevlkerung eine Einschrnkung der sozialen Kontakte auf das Notwendigste zu erreichen. Sollte es so gelingen, hierdurch die Infektionsausbreitung in Deutschland einzudmmen bis es keine neuen Flle gibt, msste weiterhin einem erneuten Einschleppen der Infektion vorgebeugt werden, bzw. auftretende Einzel-flle mssten durch eine breit angelegte Teststrategie schnell identifiziert und isoliert werden.
Die Modellierung desVerlaufsder Epidemie beruht auf einem SEIR Model mit den folgenden Parametern: Präinfektiöse Zeit 5.5 Tage, Infektiöse Zeit 3 Tage, 2% aller Infizierten bentigen eine intensivmedizinische Behandlung mit einer Verzgerung von 10 Tagen und einer Intensivstation-Liegedauer von 20 Tagen. Zum Zeitpunkt 0 (Beginn der Maßnahmen) sind 40.000 Personen bereits infiziert, haben aber noch keine Symptome und sind fr die anderen nicht ansteckend, 10.000 Personen sind infektis.

Die weitere Analyse und noch einige sehr bedenklich stimmende Abbildungen sind hier nachzulesen:
https://www.dgepi.de/assets/Stellungnahmen/Stellungnahme2020Corona_DGEpi-20200319.pdf

Jochen