Tolle Idee zum Feiertag: Deutscher NATO-General will Großmanöver in den Grenzgebieten zu Russland veranstalten

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Auszüge:

Laternen, Feuerwerk, Raketen – auch die NATO steuert zu den großen Jubelfeiern anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren ihren Teil bei:
Der Militärpakt denkt laut über einen provokativen Aufmarsch mit mehreren Zehntausend Soldaten in den Grenzregionen zu Russland nach.
»Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen NATO-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen«, ließ sich der deutsche General und verantwortliche NATO-Oberbefehlshaber für Nord- und Osteuropa, Hans-Lothar Domröse, am Freitag in Zeitungen des Springer-Verlages zitieren.
Klare Order des Spitzenmilitärs: »Die NATO muss sich fit machen für eine mögliche Kriegführung im 21. Jahrhundert. Dazu gehört die Abwehr von konventionellen Angriffen, aber auch die Fähigkeit, Cyber-Angriffe abzuwehren oder eine lokal begrenzte Destabilisierung durch subversive feindliche Kräfte, die schwer zu fassen sind, zu kontrollieren.«

Neben der Erweiterung der Militärstandorte in den östlichen Mitgliedsländern baut die NATO eine neue »Schnelle Eingreiftruppe« (NATO Response Force) auf. Die »Speerspitze« soll »schnell« und »schlagkräftig« operieren können. Ziel sei, so Domröse, dass etwa 5.000 bis 7.000 Soldaten innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein können. Bislang war von 3.000 bis 5.000 Mann die Rede.
Dem 61jährigen Viersternegeneral zufolge soll die Drohkulisse gegen Moskau zügig errichtet werden. »Wenn alles planmäßig verläuft, kann die schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein.«

Die »neue Krisenwaffe des Westens« (Die Welt) werde »viel Geld« kosten, kündigt der NATO-General schon einmal an. Notwendig seien »hohe Investitionen«, nicht zuletzt für Deutschland, das bisher 30 Milliarden Euro im Jahr für die Kriegführungsfähigkeit verpulvert.
Für die angedachte massive Aufrüstungsrunde müssen das in den vergangenen Monaten eifrig gepflegte Feindbild Russland und natürlich der Kreml-Chef persönlich herhalten. »Die Annexion der Krim und der Bruch sämtlicher internationaler Regeln kamen für uns überraschend. Wir hatten das nicht erwartet«, so Domröse. »Wir haben gesehen, dass Präsident Putin die russischen Streitkräfte schlagkräftiger gemacht hat und dass die russischen Truppen verdammt schnell sind.«

Kanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett feierten am Freitag zusammen mit den Abgeordneten des Bundestages den Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989. Von den aktuellen antirussischen Aufmärschplänen ihres Spitzenmilitärs im NATO-Kommandozentrum im niederländischen Brunssum wollen sie alle nichts gewusst haben.
Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, sagte laut dpa, Manöver dieser Größenordnung seien auf absehbare Zeit im östlichen Bündnisgebiet nicht vorgesehen.
Der gute Mann fügte allen Ernstes hinzu: »Möglichst konstruktive und gute Beziehungen zu Russland zu erhalten – das nehmen wir ernst.«

Authors

Rüdiger Göbel