Das Märchen vom Stromengpass – Geheimplanungen neuer Braunkohlekraftwerke für die Parteispender von CDU und SPD

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Gerade aktuell angesichts der Auseinandersetzungen um die Stromtrassenplanung im Landkreis !
Wenn mehr Kraft-Wärme-Kopplungsaggregate gefördert werden, sind die Leitungen sowieso überflüssig.
Ebenso wie das – Nachtigall ick hör dir trapsen – in der heimlichen Planung befindliche Braunkohlekraftwerk in Profen.
Unsere Bundesmutti hat wieder hohl geschwätzt auf einem Nachhaltigkeitskongress. Sie weiss, wer den Koalitionsparteien den Wahlkampf zahlt.
Wir nicht !
Näheres auszugsweise hier:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/953158.das-maerchen-vom-stromengpass.html

BUND: Netzausbaupläne sollen ad acta gelegt werden

Braucht es wegen der Energiewende viele neue Stromautobahnen von Nord- nach Süddeutschland? Der BUND meint: nein.
Die Große Koalition könnte ihre jahrelangen Planungen deshalb sofort beenden, sagen die Umweltschützer.

Einen kompletten Neubeginn bei den Planungen zum Ausbau der Stromtrassen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gefordert.
Zwar brauche man für den Ausstieg aus der Atomenergie und die wachsende Nutzung erneuerbarer Energieträger umfangreiche Investitionen in Netzinfrastruktur und auch den Bau neuer Überlandleitungen, erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Freitag in Berlin. Der Netzausbau müsse aber mit den Intentionen der Energiewende, den Klimaschutzzielen und auch Belangen des Naturschutzes vereinbar sein.
Zudem müsse sicher gestellt werden, dass die Bevölkerung in den betroffenen Regionen nicht nur informiert, sondern auch umfassend in den Planungsprozess einbezogen werde. Diese Kriterien erfülle der Anfang November von den Betreibern vorgelegte Netzentwicklungsplan in keiner Weise. Das zeige sich auch daran, dass Alternativvorschläge für die Trassenführung weitgehend ignoriert würden.

Der BUND-Energieexperte Thorben Becker kritisierte gegenüber »nd«, die im Netzentwicklungsplan vorgesehenen »Stromautobahnen« von Nord- nach Süddeutschland seien überdimensioniert. Sie berücksichtigten nicht, dass der Ausbau der Offshore-Windanlagen durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verlangsamt werden soll.
Angesichts der Bedeutung der Energiewende sei es unverantwortlich, den Netzausbau auf Grundlage veralteter Prämissen zu planen.
Engpässe oder Verzögerungen wären bei einer Neuplanung nicht zu befürchten, so Becker.

Dem BUND ist ferner die projektierte Ost-Süd-Trasse ein Dorn im Auge, da sie den Braunkohlekraftwerken in Sachsen und Brandenburg möglichst viele Volllaststunden ermöglichen soll. Dies, so Weiger, konterkariere die Klimaschutzziele der Bundesregierung (40 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2020, mindestens 80 Prozent weniger bis 2050).
Als »grotesk« bezeichnete es der BUND-Vorsitzende, dass der Netzentwicklungsplan den Bau einer Anschlussstelle für ein neues Braunkohlekraftwerk am Standort Profen bei Leipzig vorsieht.
Ein solcher Bau sei betriebswirtschaftlich unrentabel und werde von keinem Investor ernsthaft erwogen.

Ferner fehlen in dem Planwerk der Netzbetreiber auch Szenarien, die einen deutlich größeren Ausbau der Windenergie im Süden beinhalten – dies würde den Transportbedarf für Strom von der Küste nach Bayern und Baden-Württemberg deutlich reduzieren.
Ausgeblendet wurden laut BUND auch Aspekte des Umweltschutzes und der Gesundheitsvorsorge, z. B. in Bezug auf Auswirkungen elektrischer und magnetischer Felder sowie weiterer Immissionen durch Starkstromleitungen.

Der Netzexperte Christian von Hirschhausen von der Technischen Universität Berlin unterstützt die Forderung nach einer Generalrevision der Planung. »Der für die Netzentwicklung maßgebliche Szenariorahmen setzt zunehmend auf Braunkohle, dem CO2-intensivsten aller Energieträger. Er verhindert somit die Erreichung der Klimaschutzziele«, schreibt er in einem Thesenpapier.
Dennoch sehe der Szenariorahmen für 2015 sogar zwei bis vier Gigawatt Braunkohlekapazitäten im Netz sowie den Aufschluss neuer Tagebaue vor.
Dies würde die Abbaggerung vieler Dörfer und den Verlust der Heimat für Tausende von Menschen bedeuten.
Jetzt liege es an der Bundesnetzagentur, die vorgelegten Pläne wieder ad acta zu legen.

Jochen