Vermögen so hoch wie nie: Deutsche besitzen 5,3 Billionen Euro – WIEVIEL DAVON GEHÖRT DIR ???

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Ja, DEUTSCHLAND geht es gut !

Das erzählt uns der SPIEGEL.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/deutsche-sitzen-auf-5-3-billionen-euro-a-1102998.html
Wer ist damit gemeint ? Geht es DIR gut ?

Passend dazu heute auch noch der MONITOR-Beitrag: http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/deutschlands-reiche-100.html

 

Erklärung: Die orange Kurve zeigt die nach der Theorie ohne Umverteilung mögliche Lohnerhöhung (Produktivitätszuwachs+Inflationausgleich).
Alles, was darunter liegt, ist Umverteilung zu Gunsten der Arbeitgeber. (aus Flassbeck, Makroskop)

SPIEGEL: Trotz der niedrigen Zinsen ist das Geldvermögen der Deutschen Ende 2015 auf einen Rekordwert gestiegen.

Im Vergleich zum Vorjahr lag es um knapp fünf Prozent höher bei 5,3 Billionen Euro, wie der private Bankenverband BdB mitteilte.

Die Sparer seien weiter sehr risikoscheu, hieß es. Den größten Anteil am Geldvermögen bilden demnach mit gut zwei Billionen Euro die Ansprüche an Lebensversicherungen, Pensionskassen und andere Altersvorsorgeeinrichtungen.
Mehr als 1,9 Billionen Euro horten die Deutschen demnach auf Spar-, Sicht- und Terminkonten, die kaum noch Zinsen bringen.

Aktien summierten sich nur auf insgesamt 342 Milliarden Euro und stiegen damit zwar dank Kursgewinnen im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent.
Der Aktienanteil am gesamten Geldvermögen der privaten Haushalte habe sich mit gut sechs Prozent aber nicht verändert.

Mit einem Plus von gut zehn Prozent seien auch die Bargeldreserven kräftig gestiegen. Dies könnte laut BdB eine Folge der Niedrigzinspolitik sein, die dazu führe, dass Anleger allenfalls nur noch einen marginalen Zins für risikoarme Anlagen bekommen.
Allerdings beträgt der Anteil des Bargelds am gesamten Geldvermögen nur knapp drei Prozent.

MONITOR: Neue Daten über die Einkommen der reichsten Deutschen zeigen: Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland deutlich weiter auseinander, als es die offiziellen Statistiken bisher ausweisen.

Bei den Daten handelt es sich um Einkommenszahlen von Spitzenverdienern aus mehr als 1.300 Unternehmen, welche die Unternehmensberatung Kienbaum erhoben hat. Danach sind die Einkommen von Geschäftsführern von 1997 bis 2014 um 42 Prozent angestiegen. Die Einkommen von Vorständen legten um 59 Prozent zu, die von DAX-Vorständen sogar um 186 Prozent. Zum Vergleich: Die Einkommen von Durchschnittsverdienern stiegen im selben Zeitraum nur um 15 Prozent.

Die Zahlen geben deutliche Hinweise darauf, dass die offiziellen Erhebungen die Einkommen von Spitzenverdienern viel zu niedrig einschätzen. So lag das mittlere Einkommen von Vorständen laut den Kienbaum-Daten im Jahr 2013 beispielsweise bei rund 500.000 Euro brutto.*

Das so genannte sozioökonomische Panel SOEP geht dagegen davon aus, dass das oberste Prozent im selben Jahr im Schnitt nur rund 200.000 Euro brutto verdient hat.

Diese Unterschiede sind von großer Bedeutung, weil die Daten des SOEP auch eine wichtige Grundlage bilden für den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Dass es hierbei nur zu einer ungenügenden Erfassung der Topverdiener kommt, war bisher bekannt – nicht jedoch das Ausmaß der Verzerrung.

Der Wirtschaftsweise Prof. Peter Bofinger hält die von MONITOR veröffentlichten Zahlen für äußerst relevant. „Man sieht hier, die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet als es in den bisherigen Statistiken abgebildet wird“, so Bofinger. Auch angesichts der neuen Zahlen fordert der Wirtschaftsweise, die Steuern für hohe Einkommen zu erhöhen. „Aus meiner Sicht würde es naheliegen, wieder zu den Steuersätzen zurückzukehren, die wir in den 90er Jahren hatten. Und das war ein Spitzensteuersatz in der Einkommenssteuer von 53 Prozent.

Das für den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zuständige Bundesarbeitsministerium teilte gegenüber MONITOR mit, dass man „Neuerungen im Bereich der statistischen Berichterstattung zu Reichtum in Deutschland“ künftig aufnehmen wolle.

* In der ersten Version der Meldung bezog sich der Wert von 500.000 Euro Einkommen auf Geschäftsführer und Vorstände. Nach einer Aktualisierung der Daten durch die Unternehmensberatung Kienbaum bezieht er sich nur auf Vorstände. Das Durchschnittseinkommen von Geschäftsführern und Vorständen zusammen liegt laut Kienbaum-Vergütungsstudie bei 442.000 Euro.

Und hier der Film: Deutschlands Reiche – die unbekannten Wesen

Die erste Grafik aus dem Video zeigt die Entwicklung der Einkommen 1997 – 2014  für Durchschnittsbeschäftigte, Geschäftsführer und Vorstände:Einkommen_Kienbaum1997-2014a

In der zweiten Grafik kommen im Vergleich noch die Vorstände von DAX-Firmen dazu:

Einkommen_Kienbaum1997-2014b

Die lassen alle anderen als unscheinbar erscheinen. Wie_Eliten_Macht_organisierenUnd die können sich auch Bundeskanzler, Zeitungen und Fernsehsender kaufen -siehe hier: Geld Macht Politik und das dazu passende Buch: „wie eliten macht organisieren“

Jochen

Lebensversicherungen, Vermögensanlagen – Straffreies Betrügen durch Vermittler ist möglich – man braucht nur ein Haftungsdach!

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Von Haftungsdächern hatte ich bisher noch nie was gehört – es scheint, dass da dem Gesetzgeber etwas durchgeschlüpft ist, was direkt aus den lobbyierenden Anwaltskanzleien der Versicherungskonzerne stammt!
Kurz gesagt, es ist dem Vermittler unter so einem Haftungsdach möglich, beliebige Betrügereien abzuwickeln. Wenn der Verbraucher den Betrug bemerkt und den Vermittler oder die Anlagefirma verklagen will, wird er auf das mit Minimaldeckung ausgerüstete Haftungsdach verwiesen, das dann in Kürze insolvent wird – und das wars dann.
Leidtragende sind zehntausende geprellte Geldanleger.
Offensichtlich wird die Affäre durch die bürgerlichen Glanzmediein, allesamt auf Anzeigenkunden angewiesen, totgeschwiegen.
Hier Näheres von Freddy Morgengrauen – als beispiel dient die INFINUS-Affäre:
http://www.versicherungsbote.de/id/4824518/Betrug-Vermittler-Infinus-Haftungsdach/
Dort auch interessante Kommentare!

Straffreies Betrügen durch Vermittler ist möglich – man braucht nur ein Haftungsdach!

Keine anderen Schlüsse kann man bisher aus der INFINUS Affäre ziehen. Zumindest gilt dies für die dem ehemaligen INFINUS-Haftungsdach angeschlossenen Vermittler, denn bekanntlich befinden sich (bis auf einen Vorstand) nur die Köpfe der INFINUS-Gruppe in Untersuchungshaft.
Der Gesetzgeber hat mit Hinsicht auf Haftungsdächer, wie in vielen anderen Fällen des Finanz- und Versicherungssektors, versagt.
Nachbesserungen sind unmittelbar notwendig, ganz egal wie der Bundesgerichtshof ggf. bald urteilt.

Ein besonders gruseliger Artikel zur Thematik findet sich auf cash-online. In einem Gastbeitrag nimmt hier Dr. Martin Andreas Duncker von Schlatter Rechtsanwälte zur Thematik INFINUS Stellung.
Zitat aus dem Artikel: „Damit würde es [das Urteil des BGH,
Anm. des Autors] helfen, noch laufende Klageverfahren gegen ehemalige Infinus-Vermittler abzukürzen und es diesen ermöglichen, mit diesem Thema abzuschließen und sich wieder dem Tagesgeschäft und den zukünftigen Aufgaben zuwenden zu können.“

„Betrüge straffrei und gehe dann wieder zum Tagesgeschäft über,

wenn Du Vermittler des INFINUS Haftungsdaches warst.“ So hätte man es deutlicher schreiben können.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es wissentlicher oder unwissentlicher Betrug war. Wobei: Im juristischen Sinne ist Betrug i. S. d. § 263 StGB ein Vorsatzdelikt, so dass es im Strafrecht zumindest einen unwissentlichen Betrug so nicht gibt.
Trotzdem: Ganz sicher haben viele Vermittler des INFINUS Haftungsdaches an die Sache geglaubt und sind auf

hereingefallen. Ja, da war es sicher schwer für Vermittler den Verlockungen der INFINUS-Gruppe zu widerstehen.

Für den Anleger indes ist es egal, ob der Vermittler des INFINUS Haftungsdaches ihm die INFINUS, Fubus, Future Business bzw. Prosavus Anlage „im guten Glauben“ verkauft hat.
Der Anleger geht so oder so fast oder gänzlich leer aus (je nach Anlageform), denn er hat nach der Insolvenz des Haftungsdaches keinen solventen Anspruchsgegner mehr – u. a. dank des deutschen Gesetzgebers.

Fraglich ist, ob sich ein versierter Anwalt zutraut hier grundsätzlich Staatshaftung wegen fehlerhafter Gesetze zum Nachteil der Verbraucher mit einhergehender Ungleichbehandlung einzufordern. Vielleicht hat sogar der BGH ein Einsehen und erkennt, dass die gesetzlichen Regelungen zu Haftungsdächern fehlerhaft sind, da diese zu einer Ungleichbehandlung der Anleger führen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Die vorgenannte Problematik

war absehbar. Bereits 2014 habe ich die Frage gestellt „Der Fall INFINUS – Soll der deutsche Staat für fehlerhafte Gesetze haften?“
Wer sich mit Haftungsdächern beschäftigt, der wird schnell erkennen, dass der Staat mit seinen fehlerhaften Gesetzen dafür Sorge getragen hat, dass es seit der Möglichkeit der Haftungsdächer zu einer Zweiklassengesellschaft bei den Anlegern gekommen ist.
Es gibt jene, die zumindest auf eine Entschädigung hoffen können (Vermittlung ohne Haftungsdach) und solche, bei denen eine Entschädigung quasi von vornherein ausgeschlossen oder der Höhe nach lächerlich ist, wenn das Haftungsdach schnell genug in die Insolvenz gebracht wird.
Was eine derartige gesetzliche(!) Regelung mit Verbraucherschutz zu tun haben soll, dies erschließt sich mir nicht.

Die Lehre daraus

ist für Verbraucher ganz einfach: Schließe nie einen Vertrag mit einem Vermittler ab, der einem Haftungsdach angehört.
Zumindest solange nicht, bis der Gesetzgeber hier entsprechende Änderungen zum Schutz der Verbraucher eingeführt hat.
Die einzig richtige Lösung wäre jedoch, dass der Gesetzgeber aus den vorgenannten Gründen Haftungsdächer vollständig verbietet.

Ein Verbot für Haftungsdächer

müsste selbstverständlich auch bereits bestehende Haftungsdächer betreffen. Die Auflösungspflicht bestehender Haftungsdächer wäre dabei mit einer Rückgabepflicht der bis dato unter dem Haftungsdach vermittelten Verträge (Bestände) an den jeweiligen Ursprungsvermittler zu verbinden.

Um Altfälle eventuellen Beratungsversagens und frühere gesetzliche Fehler innerhalb der aufzulösenden Haftungsdächer zu heilen, wäre es erforderlich, dass bei der Bestandsrückgabe an den Vermittler der Anleger zumindest bei Produkten des grauen Kapitalmarktes nochmals über Risiken und Nebenwirkungen seiner Anlage in Form einer Zweitdokumentation aufzuklären ist (z. B. innerhalb einer Übergangszeit von 12 Monaten ab Übertragung).

Im Weiteren muss der Anleger im Zusammenhang mit der Zweitdokumentation die Möglichkeit erhalten, zu seiner ursprünglich unter einem Haftungsdach vermittelte Anlage ein Sonderkündigungsrecht auszuüben (z. B. in einem Zeitraum von 3 Monaten nach erfolgter Zweitdokumentation).

Die vorgenannte Zweitdokumentation ist zu verbinden mit einer rechtlich gültigen (ggf. gesetzlich zu regelnden) Haftungsfreistellung für das aufzulösende Haftungsdach, für den Fall, dass der Anleger sein Sonderkündigungsrecht nicht ausübt. In diesem Falle verbleibt die Haftung ausschließlich beim übernehmenden Vermittler. Haftungsgrundlage ist sodann die Zweitdokumentation.

Wenn die Rückgabe der Bestände an den Ursprungsvermittler nicht möglich ist,

so z. B. bei fehlender Registrierung/Zulassung des Ursprungsvermittlers, ist dem Anleger gleichwohl ein Sonderkündigungsrecht einzuräumen (z.B. in einem Zeitraum von 3 Monaten nach erfolgter Feststellung, dass auf den Ursprungsvermittler nicht übertragen werden kann).

Eine Nichtausübung des Sonderkündigungsrechtes durch den Anleger ist zu verbinden mit einer rechtlich gültigen (ggf. gesetzlich zu regelnden) Haftungsfreistellung für das aufzulösende Haftungsdach.

Vorstehendes hat auch dann zu gelten, wenn eine Übertragung an den Ursprungsvermittler aus anderen Gründen nicht möglich ist. Diese Gründe können z.B. sein:

  • Ablehnung der Bestandsübernahme durch den Ursprungsvermittler
  • Ursprungsvermittler hat seine Tätigkeit insgesamt eingestellt
  • Ursprungsvermittler ist verstorben, geschäftsunfähig oder in Haft

Die Emittenten der ehemals durch das Haftungsdach vermittelten Anlagen

haben das Sonderkündigungsrecht der Anleger auf gesetzlich zu schaffender Grundlage hinzunehmen.

Anleger haben bei Nutzung des Sonderkündigungsrechtes bis dato aufgetretene Verluste hinzunehmen, es sei denn, diese resultieren aus Beratungsfehlern. Hier kann der Anleger nur versuchen das Haftungsdach auf Schadenersatz zu verklagen, was erfahrungsgemäß wegen viel zu geringer Vermögensschadenhaftpflicht (VSH) des Haftungsdaches, wegen Ablehnung der Leistungspflicht der VSH Versicherung und/oder mangels Finanzkraft des Haftungsdaches von wenig Erfolg gekrönt sein dürfte.

Es dürfte klar sein, dass in einigen oder gar vielen Fällen die Emittenten in finanzielle Schieflage geraten werden, was zu entsprechenden Verlusten der Anleger führen kann. Aber: Besser eine Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende und ggf. noch mehr Geld verbrannt.

Fazit:

Haftungsdächer müssen zum Schutz der Verbraucher schnellstmöglich vom Markt verschwinden, damit die Forderungen der Anleger nicht ins Leere laufen …

… meint mit freundlichen Grüßen Ihr

Freddy Morgengrauen

Sabine bat mich darum, auf weitere Veröffentlichungen zum Thema Altersarmut, Rücklagenbetrug u.s.w. hinzuweisen:

Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, BaFin und die Einschläge kommen näher:

http://www.versicherungsbote.de/id/4826828/Angst-Altersarmut-Altersvorsorge/#comments

http://www.versicherungsbote.de/id/4827020/Standard-Life-Frelax-Makler-BaFin-Beschwerde/#comments

http://www.procontra-online.de/bilderstrecke/date/2015/08/dia-macht-rentenluecke-sichtbar/

http://www.procontra-online.de/artikel/date/2015/08/private-rentenversicherung-trotzt-dem-zinstief/

http://www.fair-makler.com/Aktuelles/134

Jochen