Strukturelle Gewalt

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

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Auszüge:

Mächtig gewaltig

Hier Ruf nach Distanzierung, da Schuldzuweisung ans kapitalistische System: über den Begriff der Gewalt und Neues aus der Sozialforschung

Johan_Galtung

Johan Galtung

Ein Wort besonders oft zu hören, heißt nicht unbedingt, dass damit auch schon alles gesagt ist. Oder das Wichtigste. Mitunter sind Begriffe auch Vorhänge, hinter denen das, was in ihnen eigentlich steckt, verborgen bleibt. Ein zentraler Begriff der Debatte nach der G20-Randale in Hamburg ist so ein merkwürdiges Gebilde: Gewalt.

Im Deutschen bezeichnet das Wort nicht nur gegen andere eingesetzte, rücksichtslose physische Kraft, sondern zugleich Macht und Mittel, über jemanden zu bestimmen. In der Gewalt steckt sozusagen ihr Gegenteil drin: die als staatliches Monopol legitimierte Herrschaft, andere Gewalt zu unterbinden, zu verfolgen. Der Ursprung ist sprachlich rund 1000 Jahre alt: »waltan« heißt im Althochdeutschen »stark sein, beherrschen«.

Wenn nach den Krawallen im Schanzenviertel, die – was inzwischen auch schon fast vergessen scheint – nur einen Teil der Auseinandersetzungen zwischen Staatsmacht und Demonstrierenden, Versammlungsrecht und Sicherheitspolitik, zwischen »Straße« und »Gipfel« ausmachten, von den friedlichen Demonstrationen und den Ergebnissen des Gipfels selbst ganz zu schweigen, nun allerorten nach einer Distanzierung von Gewalt gerufen wird, schwingt die Mehrfachbedeutung des Begriffs nach.

Fordert jemand, sich von Polizeigewalt zu distanzieren?

Natürlich meint niemand von denen, die das einfordern, die staatlichen Gewalten, auch nicht die »vierte Gewalt«. Wenn nun sogar der Begriff »Polizeigewalt« nicht mehr benutzt werden soll, wie einige fordern (hat eigentlich schon jemand verlangt, irgendwer solle sich von Polizeigewalt distanzieren?), wenn ein Regierender Bürgermeister gegen alle dies bezeugenden Bilder sagt, es habe eine solche Polizeigewalt gar nicht gegeben, ist das aber nur die eine Seite einer Politik mit (oder hier: ohne) Begriffen.

Denn jene, denen im Fall der Hamburger Randale physische, nicht legitimierte, strafbewehrte Gewalt vorgeworfen wird, ziehen sich auch gern mit einem begrifflichen Zug aus der Affäre – dem Hinweis, es handele sich doch um »Militanz«. Selbst wenn man dem Vorgang eine politische Dimension zumisst, was sinnvoll ist, selbst wenn man hierin keine Form des Insurrektionalismus sehen will, also der praktischen Rebellion zu einem politischen Zwecke, bleibt es doch ein sprachliches Ausweichmanöver: Die Aktion bleibt gewalttätig, sie zum »Riot« zu erklären, ist der Versuch, sie aus dem Dunstkreis eines politisch munitionierten Gewaltbegriffs zu ziehen. Einem Gewaltbegriff, der in der Tat einseitig ist.
Man könnte von einer diskursiven Verteidigungshandlung sprechen, die um den Kern dessen, was da an den brennenden Barrikaden der Schanze geschah, aber selbst auch einen Bogen macht.

Johan Galtung und die »Strukturelle Gewalt«

Es gibt noch ein zweites Reaktionsmuster, und in diesem wird die eine Gewalt mit der anderen Gewalt aufgewogen, durch sie erklärt, mit ihr verteidigt. Schon vor dem ersten Steinwurf von Hamburg war dieser mit dem Abwurf einer Bombe durch die USA, mit der allgemeinen Gewaltförmigkeit der herrschenden Verhältnisse »erklärt« worden – im Sinne von: einen möglichen Grund dafür angeben.

Der Begriff, der für diese universelle Gegenargumentation steht, ist viel älter als die meisten, die in Hamburg auf der Straße waren: »strukturelle Gewalt«. Der vor 50 Jahren von Johan Galtung geprägte Begriff wird heute einerseits empört als Verharmlosung von Straftaten zurückgewiesen von denen, die in der Randale nichts Politisches mehr sehen können, was auch heißt: keine sozialen und ökonomischen Ursachen mehr sehen wollen. Die Gewalt der Randale ist im Feuilleton dieser Tage oft zur »natürlichen Sehnsucht« gemacht worden, als »Überforderung mit dem Frieden« beschrieben worden, was auf eine Kritik der Undankbarkeit für die als gut behaupteten Verhältnisse hinausläuft.
So gesehen ist die Randale nichts als Freizeitaktivität am Rande der Legalität. Denen, die so reden, geht es meist darum, das Argument von der Militanz zurückzuweisen, die von Teilen der Linken als Ausdruck und Antrieb gesellschaftlicher Konflikte ins Schaufenster des eigenen Selbstverständnisses gestellt wird.

Der »Aufruhr« als »Grenzposition des Politischen«

Umgekehrt aber banalisiert meist auch die Anrufung der »strukturellen Gewalt« durch Linke die gesellschaftliche Einbettung, die Widersprüchlichkeit dessen, was da in Hamburg passiert ist. Der Begriff gerät oft zur reinen Abwehrparole, zu einer Art der Selbstberuhigung, die ein Unbehagen über das riesige Loch heilen soll, das da klafft, wo man den soziologischen Gedanken der »strukturellen Gewalt« politisch weiterspinnen müsste: Wenn die Randale mit den Zumutungen des Kapitalismus zu tun hat, worin liegt dann ihr Beitrag dazu, diese zu überwinden? Wer wirft dort Steine, und wie ließe sich die behauptete »Freiheit« verlängern, die einem Bonmot zufolge in dem Moment beginnt, wenn die Grauwacke die Hand verlässt, und schon wieder zu Ende ist, wenn diese auf dem Polizeiauto eine Beule hinterlässt?

Der Philosoph und Aktivist Thomas Seibert hat die Randale einen »Aufruhr« genannt, eine »Grenzposition des Politischen«, eine Verweigerung der Kommunikation.
Das Problem dabei ist in modernen Gesellschaften, dass diese im Wesentlichen in der Kommunikation zu sich selbst finden, also auch den Weg zu ihrer Veränderung. Dazu beitragen könnte ein aktualisiertes Verständnis der »strukturellen Gewalt«, und das kommt derzeit tatsächlich wieder in die Debatte, gänzlich ohne Randale.

Neue Perspektiven der Gewaltforschung

In der Gewaltforschung erfährt der Ansatz von Johan Galtung gerade so etwas wie eine Renaissance. Im Oktober wird sich eine Tagung an der Universität Oldenburg über »den blinden Fleck« beugen, der mit der Verabschiedung von diesem Begriff zumindest in den Wissenschaften einherging.
Diese Verabschiedung ist nicht ohne Kritik geblieben, die Debatten darüber aber haben die akademische Gemeinde kaum verlassen.

Hamburg wäre nun ein Anlass, das zu ändern – die Randale in der Schanze könnten dabei auch jenen symbolischen Kontext freilegen, in dem und durch den überhaupt definiert wird, was schlechte und was gute Gewalt ist. Die aktuelle Ausgabe von »Mittelweg 36«, der Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung, befasst sich mit neuen Perspektiven der Gewaltforschung. Mit der Randale von Hamburg hat das zunächst nicht viel zu tun, eher mit wissenschaftlicher Selbstbefragung an einem möglichen Wendepunkt.

Alte Debatte zwischen »Innovatoren« und »Mainstreamern«

Seit den 1990er Jahren läuft in der Gewaltforschung eine Debatte zwischen den »Innovatoren« und den »Mainstreamern«, wobei Letztere einen Schwerpunkt auf das »Wie« der Gewalt legen. Es hat dafür gute Gründe gegeben, doch was als eine Weiterentwicklung begann, wurde zu einer Engerführung des Gegenstands.
Damit trat das »Warum« in den Hintergrund. Einflussreiche Arbeiten, etwa die des Historikers Jörg Baberowski über »Gewalträume«, werden inzwischen mit skeptischen Fragen über die Reichweite der dabei in Stellung gebrachten Begriffe, der Genauigkeit der Kategorien neu diskutiert. Dass es in diesem Forschungszweig oft und vor allem um die Menschheitsverbrechen der Nazis und die Blutspur des Stalinismus geht, ist richtig. Genauso aber hat sich die Gewaltforschung mit Eruptionen in Vorstädten, mit dem Zusammenhang von Ausgrenzungserfahrung und Gewaltbereitschaft befasst.

Dass solche Randale oft eine »autotelische Gewalt« ist, wie es von Jan Philipp Reemtsma schon vor knapp zehn Jahren formuliert wurde, eine, die keinem außerhalb der Gewalthandlung liegenden Zweck dient, die also um ihrer selbst Willen geschieht, ist so richtig, wie damit die Frage nicht überflüssig geworden ist, warum sie angewandt wird.

Warum wird auf Warum-Fragen verzichtet?

Wolfgang Knöbel, als Direktor des Hamburger Instituts, Nachfolger von Reemtsma, sieht mit Blick darauf »den wissenschaftstheoretisch zentralen Kulminationspunkt« der Debatte in der Frage: »Warum sind mittlerweile etliche Sozialwissenschaftler bereit, auf Warum-Fragen zu verzichten?« Womit wieder Johan Galtung ins Spiel kommt und mit ihm sein Begriff der »strukturellen Gewalt«.

Der ist sozusagen das Gegenstück zur »physischen Gewalt« und stellt auf die gewaltförmige Verfasstheit der Weltgesellschaft ab, auf einen Begriff also, der »keinen Täter, jedoch einen Dauerzustand von Gewalt« kennt, wobei diese »auf irgendeine Weise in die soziale Struktur eingebaut sein« müsse, wie es der norwegische Konfliktforscher seinerzeit formulierte. Ein Begriff von »Frieden«, der sich auf die Abwesenheit von Gewalt beschränke, erschien ihm nicht ausreichend.

Mehr noch, und das spielt auch in der Debatte um die Randale von Hamburg eine Rolle, wird Gewalt bei Galtung, darauf macht in »Mittelweg 36« der Soziologe Peter Imbusch aufmerksam, »zur Ursache für den Unterschied zwischen dem normativ wünschenswerten Potenziellen und dem Aktuellen, zwischen dem, was ist, und dem, was hätte sein können«. Es ist eine Gewalt, die andere gesellschaftliche Möglichkeiten verhindert. Der Begriff macht die Ursache für diese Differenz – ungleiche Verteilung von Macht, Ressourcen – zum Teil der Debatte auch über physische Gewalt, die von sich behauptet, sie wolle diese Differenz überwinden. Dass es gerade daran der »linken Militanz« fehlt, an der überzeugenden Option für »das Andere«, ist freilich auch wahr.

Die Rolle der Wissenschaft in der politischen Debatte

Schon in der Vergangenheit haben Galtungs Konzept und alle, die es für sich gebrauchten, immer wieder harsche Kritik hervorgerufen – der Begriff der »strukturellen Gewalt« gerate zum »politisch-demagogischen Etikett zur umfassenden Denunziation der herrschenden Verhältnisse« (Egbert Jahn), sei also nicht viel mehr als der Versuch, »die Revolte der Empörten und Entrechteten zu legitimieren« (Jörg Baberowski).

Aber ist das ein in jeder Hinsicht wissenschaftlicher Einwand? Oder nicht längst ein politischer? Der Marburger Soziologe Markus Schroer hat schon früher darauf hingewiesen, dass der Begriff der »strukturellen Gewalt«, dessen Leerstellen und Probleme nicht bezweifelt werden, auch deshalb als nicht mehr anschlussfähig in der Wissenschaft angesehen wurde, »weil viele der in ihn eingelassenen politisch-moralischen Konnotationen nicht mehr in die Landschaft einer Soziologie passen, die tief verunsichert ist – verunsichert über ihre normativen Maßstäbe, über den Stellenwert soziologischer Gesellschaftskritik, über die Möglichkeit von Utopien«.

Der Punkt ist deshalb wichtig, weil er auf das Selbstverständnis von Wissenschaft eingeht, die gern im politischen Diskurs zur Autorität erklärt wird, ohne auf ihre eigenen Begründungen überhaupt einzugehen. Dass in der Debatte nach Hamburg eine banalisierte Spielart der wissenschaftlich erledigten Totalitarismustheorie zur Hauptreferenz der meisten Sprecher auf der politisch-medialen Bühne werden konnte, zeigt die Dimension des Problems.

Ein Steinwurf ist noch keine andere Gesellschaft

Wenn nun also über eine Renaissance des Begriffs der »strukturellen Gewalt« gesprochen wird, dann ist das auch und zugleich ein Auftrag, von links nicht ebenso in Banalisierungen und Vereinfachungen zu verfallen. Der bloße Rekurs auf den Begriff »strukturelle Gewalt« allein bleibt leer, wenig überzeugend.
Was oft fehlt, ist die Analyse und eine aus ihr hervorgehende Überlegung, wie zu ändern ist, was zu ändern drängt.

»Ob man das nun strukturelle Gewalt nennt oder nicht«, so hat es Jürgen Habermas in der Debatte um Galtungs Ansatz schon zu Beginn der 1990er Jahre formuliert, »nur aus den Reproduktionsbedingungen unseres Gesellschaftssystems im Ganzen« lassen sich die »entstellten Lebenszusammenhänge, die immer neue Gewalt gebären, erklären«.

Eben um dieses Erklären des »offenkundigen Zusammenhangs zwischen Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt« müsste es einer kritischen Wissenschaft und Politik gehen. Das ist mit Empörung über Polizeigewalt oder dem bloßen Hinweis auf die Gewaltförmigkeit kapitalistischer Verhältnisse nicht getan. Die in ihr liegenden Potenziale der Veränderung und Zivilisierung gehören mit auf den Tisch.
Und die Debatte muss neu zeigen, wie über sie hinausgegangen werden könnte. Die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft ist kein neutraler Ordnungsentwurf, schreibt Imbusch völlig zu Recht im »Mittelweg 36«. Aber ein Steinwurf ist noch keine andere Gesellschaft.

Antun und erleiden. Über Gewalt. Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung, 3/2017. Mehr Informationen gibt es online hier.

Jochen

Himmelblau ist die Hoffnung – Eine »Demokratie«-Bewegung attackiert 
die US-Regierung !

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Diesen Medien ist doch nicht zu trauen !
http://www.neues-deutschland.de/artikel/923057.himmelblau-ist-die-hoffnung.html

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(Washington/nda). Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Auflösung von Blockaden vor öffentlichen Gebäuden in den USA sowie die Entwaffnung der beteiligten Aktivisten der friedlichen Zivilgesellschaft verurteilt.
»Wir stehen angewidert vor diesem Akt der Willkür. Wenigstens die Knüppel und die selbst gebauten Katapulte hätte die Staatsmacht den Dissidenten lassen müssen«, so Lawrow im regierungskritischen US-Sender »Fox-News«.
Dort wies er auch den Vorwurf zurück, er wolle einen souveränen Staat destabilisieren, indem er rechtsextreme Demonstranten unterstütze.
Einige gelenkte Demokratien hatten Lawrow dafür kritisiert, dass er Sandwiches an die Aktivisten der schwer bewaffneten »himmelblauen« Demokratiebewegung in den USA verteilt hatte.

Die friedliche Demokratiebewegung bezeichnet ihre Militanz als Notwehr und legt durch ihre mit brennenden Autoreifen befestigten Protestlager bereits seit Wochen weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. Deren Wortführer vom Arbeitgeberverband, dem Ku Klux Klan und der NRA lehnen das Abwarten der nächsten Wahlen allerdings als »Oligarchen-Finte« ab.
Sie sehen sich stattdessen durch Umfragen des unterdrückten Oppositionellen-Senders »Fox-News« legitimiert sowie durch Fotos, die große Menschenmengen zeigen.

Einwände, die Fotos seien drei Jahre alt und würden ein unpolitisches Volksfest zeigen, noch dazu im Hochsommer, bezeichnete ein Aktivist auf seiner Facebookseite glaubhaft als »Oligarchen-Propaganda«. In diese Kategorie fallen wohl auch die Umfragen der dem Regime nahestehenden »Washington Post«. Die Zeitung konnte in der Bevölkerung angeblich nur 20 Prozent Zustimmung zu den noch immer unbekannten Forderungen der Demokratiebewegung ausmachen. Die Dissidenten von »Fox-News« dagegen hatten über 60 Prozent ermittelt.

Wie bei Autokraten üblich, flüchtet sich auch US-Präsident Barack Obama nun in Verschwörungstheorien. »Es gibt einzelne Medien, die zum Teil die Menschen desinformieren. Und ich frage auch: Wer bezahlt eigentlich die landesweite Rebellions-Logistik?«
Lawrow kann da nur den Kopf schütteln. »Typisch Diktator. Immer ist die Presse und das Ausland schuld«, so Lawrow am Rande eines Treffens internationaler Rebellions-Geldgeber in Huntsville/Texas.

Doch der getrieben wirkende Präsident scheint immer mehr in seiner eigenen Welt zu leben. »Wir appellieren an die Menschen, die Schulen, Krankenhäuser und Parlamente wieder zugänglich zu machen und in einen Dialog einzutreten«, hetzte er etwa am Donnerstag in bester Diktatoren-Manier.

»Das zarte Pflänzchen der hier aufkeimenden Zivilgesellschaft muss geschützt werden«, hielt Lawrow bei der Eröffnung eines von anonymen Geldgebern gesponserten Rock-Gegen-Obama-Konzerts im Kreise evangelikaler Waffennarren dagegen: »Wollen die USA wirklich ein Land sein, in dem sich Menschen nicht mehr an brennenden Autoreifen wärmen dürfen? Die USA haben auf ihrem Weg in den Schoß der internationalen Wertegemeinschaft noch einen weiten Weg vor sich.«

Fragen nach der hervorragenden Logistik der Protestierenden, insbesondere nach der Herkunft der über Nacht im ganzen Land aufgetauchten Autoreifen, Sandsäcke und automatischen Waffen wich Lawrow auf einer Pressekonferenz der Koch-Industries aus. Er bestätigte aber, dass Russland über Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen schon länger die Entstehung einer Zivilgesellschaft im verkrusteten US-Oligarchen-System fördere.
Den Vorwurf, die ursprünglichen Protestierenden seien längst von großen PR-Agenturen und bezahlten Ex-Soldaten in den Hintergrund gedrängt worden, wies Lawrow zurück.

Der russische Außenminister kündigte an, seine Bustour durch die demokratie-bewegten Staaten fortzusetzen. »Wir Russen lassen uns doch nicht vorschreiben, wo und wie wir die russischen Werte zu vermitteln versuchen.« Als Oppositionsführer baut die internationale Wertegemeinschaft momentan den rechtsnationalen Ex-Karate-Kämpfer Chuck Norris auf.

Russland erwäge zudem Sanktionen, wegen der zwei Verhaftungen bei der Räumung des Kongresses. Das Parlament war von der friedlichen Demokratiebewegung bis vorgestern wochenlang durch brennende Autoreifen und Aktivisten mit Helmen und Sturmgewehren blockiert worden, Abgeordnete waren verprügelt worden. Der Einsatz von Megafonen durch die Polizei gegen die nicht durch Oropax geschützten Demonstranten hatte international Entsetzen ausgelöst.

»Aber die Tür zur Wertegemeinschaft steht weiterhin offen«, wendete sich Lawrow direkt an die Machthaber des Obama-Regimes.
Vorraussetzung dafür sei aber Obamas Rücktritt und die Abschaffung der neuen, international als sozial-diktatorisch gebrandmarkten Krankenversicherung.

Die für die links-autoritäre US-Regierung offenbar völlig überraschend explodierenden Proteste hatten sich an einer bedrohten, über hundert Jahre alten Eiche in Massachusetts entzündet.
Zur Verblüffung der zunächst kleinen Gruppe Umweltschützer schloss sich den Demonstrationen schnell eine große Anzahl Tea-Party-Anhänger an.
Gleichzeitig wurden urplötzlich im ganzen Land die für die friedlich-militante US-Demokratiebewegung charakteristischen himmelblauen Banner gesichtet. Diese hatte eine russische Textilfirma gespendet.

Die finanziell gut ausgestatteten, waffenstarrenden Aktivisten verstanden es, mit Barbecues, Gratis-Konzerten und viel Medienecho, in Windeseile zahlreiche Unzufriedene zu mobilisieren.
Geschürt wurde die Wut zusätzlich durch ungeklärte Stromausfälle und Benzinengpässe. Gleichzeitig fanden massive Angriffe auf die Währung des hochverschuldeten Schwellenlands statt.
Daraufhin hatte das US-Regime nachgegeben: Die Eiche, in der unter anderem die seltene Sumpfglocke brütet, wurde nicht gefällt, ein geplantes Krankenhaus wird nun nicht gebaut.

Aufgeben wollen die durch Brieftauben und modernste Telefax-Geräte bestens vernetzten Rebellen darum aber nicht: »Um die Sumpfglocke geht es doch schon längst nicht mehr.
Jetzt muss die Regierung zurücktreten. Es gibt gar keinen anderen Weg mehr aus dieser verfahrenen Situation«, so der Nutzer White_Pride auf Twitter.

Das sehen auch die internationalen Beobachter so. Denn die Obama-Regierung ist zwar demokratisch gewählt. Doch ein dem Obama-Clan nahestehendes Kartell aus Soul-Musikern, Hollywood-Schauspielern und Comedy-Oligarchen hat das Land im eisernen Griff.
Unbestätigten Berichten zufolge haben die Obamas neben fünf Billionen Dollar auch drei Flugzeugträger in der Schweiz versteckt. Auch sind viele Menschen unzufrieden wegen der weit verbreiteten Korruption im Land und wegen der teilweise schwankenden Wassertemperatur beim Duschen, wenn der Nachbar die Klospülung betätigt. Beobachter machen dafür die Obamas verantwortlich.

Experten sehen darum in einer per Kontostand bestimmten militärisch-klerikalen Technokraten-Regierung die beste Lösung für das zerrissene Land. »Deren Arbeit sollte dann zunächst nicht durch Wahlen torpediert werden, das wäre doppelplusgut«, wird ein Oppositioneller von Goldman-Sachs zitiert, der aus Angst vor Repressionen durch das Obama-Regime lieber ungenannt bleiben will.
»Nur so könnten die für einen echten gesellschaftlichen Aufbruch nötigen Privatisierungen und Sozialkürzungen rasch vollzogen werden.«
Einig sind sich die Experten darin, dass es eine Zukunft mit Obama nicht geben kann und dass nur Chaos und eine gezielte Verelendung das Land und die Menschen wirklich voranbringen können.

Wer es bis jetzt nicht gemerkt hat, all das ist natürlich SATIRE !
Jochen